Ehemaliger Kinderdorf-Leiter räumt Fehler ein

von Redaktion

Erich Schöpflin hat das SOS Kinderdorf in Dießen von 2002 bis zu seinem Ruhestand 2016 geleitet – und damit genau in der Zeit, in der es zu kindeswohlgefährdenden Grenzüberschreitungen gekommen sein soll. „Es tut mir mehr als leid“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. „Es betrifft und berührt mich sehr.“ Er selbst habe erst vor rund einem Jahr von den Vorwürfen erfahren, nach dem sich Opfer an SOS Kinderdorf und die Staatsanwaltschaft gewandt hatten. „Ich habe davon nichts gewusst“, betont er. Das jahrelange Schweigen gebe ihm sehr zu denken. Als Schöpflin 2002 in Dießen angefangen habe, hätten viele Dorffamilien ein Eigenleben geführt. Ihm sei ein lebendiges Dorfleben wichtig gewesen, er habe das Miteinander und die Kommunikation fördern wollen. In den beiden bekannt gewordenen Fällen habe das „System des Schweigens“ aber offenbar funktioniert. „Das hängt auch mit Fehlern von mir zusammen.“  ps

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