Stornowelle statt Skiurlaub

von Redaktion

VON DOMINIK GÖTTLER

München/Innsbruck – Als Österreichs Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein am Freitagabend verschärfte Einreisebestimmungen für sein Land ankündigte, muss ihm der Aufschrei der Touristiker bereits klar gewesen sein. Die neuen Regeln bringen „große Herausforderungen“ mit sich, räumte er umgehend ein. Sie seien jedoch gerade zum jetzigen Zeitpunkt notwendig, „um einer Ausbreitung von Omikron in Österreich entgegenzuwirken“.

Wer aus Bayern in den Weihnachtsferien nach Österreich in den Skiurlaub reisen will, muss nun Folgendes beachten: Nur noch Menschen mit Auffrischungsimpfung dürfen ohne zusätzliche Hürden ins Land – sei es um Urlaub zu machen oder selbst um nur günstig zu tanken. Der Nachweis gilt ab dem Zeitpunkt der Impfung, theoretisch ist es also möglich, sofort nach der Boosterimpfung nach Österreich aufzubrechen. Einreisende ohne Drittimpfung müssen zusätzlich zum Impfnachweis einen negativen PCR-Test vorzeigen – ausgenommen sind Schwangere und Menschen, die sich, von einem ärztlichen Attest bestätigt, nicht impfen lassen können. Ungeimpfte Urlauber müssen draußen bleiben – nur für Pendler bleibt weiter die 3G-Regel.

Kompliziert wird es beim Familienurlaub: Kinder unter zwölf Jahren sind von den Einreiseregeln nicht betroffen, aber schulpflichtige Kinder über zwölf brauchen ebenfalls einen PCR-Test und müssen zusätzlich regelmäßig Tests vor Ort durchführen (alle Infos unter www.sichere-gastfreundschaft.de). Kinder, die vor dem 31. August 2006 geboren sind, fallen nicht unter diese Regel und brauchen ebenfalls einen 2G-Nachweis plus Booster oder PCR-Test.

Der nächste Haken ist die Rückkehr nach Deutschland. Während sich Geimpfte mit einem Nachweis auf www.einreiseanmeldung.de von der Quarantäne befreien können, müssen ungeimpfte Kinder unter zwölf Jahren für fünf Tage in Quarantäne. Viele Hürden also für einen spontanen Familien-Skiurlaub.

In den Tourismusregionen in Österreich macht sich das schon bemerkbar. „Es werden viele Buchungen storniert“, sagt Oliver Schenk von der österreichischen Hoteliervereinigung. Gestern startete der Verband eine Blitzumfrage unter den Mitgliedern. „Innerhalb einer Stunde waren schon rund 250 Antworten da“, sagt Schenk. Tendenz: Nur rund 35 Prozent Zimmerauslastung im Januar, in Tirol und im Salzburger Land ist die Stornowelle besonders groß. „Für die Betriebe ist das ein Tiefschlag“, sagt Schenk.

Gestern legte die österreichische Regierung nach und zog die Sperrstunde für die Gastronomie von 23 auf 22 Uhr vor. Private Feiern dürfen zudem ab dem 27. Dezember nur noch mit maximal 25 Personen stattfinden – auch an Silvester. Großbritannien, die Niederlande, Dänemark und Norwegen wurden als Virusvariantengebiet eingestuft. Von dort ist die Einreise nur noch mit Dreifachimpfung plus PCR-Test möglich.

Österreich-Reisende aus Bayern müssen mit stichprobenartigen Kontrollen an der Grenze sowie im Inland rechnen, wie eine Sprecherin der Tiroler Landespolizei bestätigt. Bisher seien die Einreisenden aus Bayern gut informiert, es habe in den vergangenen Tagen nur in Einzelfällen Zurückweisungen an der Grenze gegeben. Größere Staus wegen der Kontrollen seien ausgeblieben. Sie schloss aber nicht aus, dass es in den kommenden Tagen wegen der Kontrollen manchmal etwas zäher vorangehen könnte.

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