Bonsels-Villa soll verkauft werden

Anzeige auf Immobilienportal: Interessierte sollen bieten

Münsing – Seit längerer Zeit kursieren Gerüchte um den Verkauf der Bonsels-Villa am Starnberger See. Nun tauchte auf der Internetseite von Immovision eine Annonce mit Fotos von der Villa auf. Der Ostuferschutzverband schlägt Alarm. Er fürchtet, dass das Anwesen in Münsing im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen nun auch in den „Sog von Bodenspekulation und Grundstücksverwertung“ gerate.

Die eigens eingerichtete Bonsels-Stiftung sollte das Andenken an den Schriftsteller und Biene-Maja-Erfinder Waldemar Bonsels (1880–1952) eigentlich bewahren. Er hatte in dem Haus eine Weile gelebt und gearbeitet. Die Erträge durch die Vermietung der Wohnräume über dem Atelier sollten einem guten Zweck dienen. Jahrzehntelang war das auch so. Bonsels-Verehrer konnten Zugang zum noch im Originalzustand befindlichen Arbeitszimmer des Schriftstellers erhalten und sein Grab im Garten besichtigen.

Der Ostuferschutzverband mutmaßt, dass der Stiftungsrat nun mehr aus dem Stiftungsvermögen herausholen wolle. Das Grundstück und die Villa sollen meistbietend verkauft werden. Um den Verkaufswert zu steigern, kämpfe die Stiftung sogar um das Baurecht für ein zweites Haus auf dem Grundstück. Der Gemeinderat hatte das zuletzt allerdings abgelehnt. TANJA LÜHR

Samstag, 11. Juli 2026
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