Eging/Invermere – Der Markt Eging am See im Kreis Passau steht unter Schock. „Eine Art Starre herrscht im Ort“, sagt Bürgermeister Walter Bauer. „Ich bin fassungslos, wie grausam das Schicksal sein kann.“ Zwei Männer aus ihrer Mitte, Männer, die dort jeder kannte und schätzte, und ein Verwandter, starben in Kanada beim Helikopter-Skiing: Krankenhausmanager Thomas K., (57), dessen Schwiegersohn Henning F. (34) und Christian A. (57). Der Raumausstatter saß in Eging für die SPD im Gemeinderat. Alle drei starben am Mittwoch in einer Lawine in den Rocky Mountains. Nur der 25 Jahre alte Sohn von Thomas K., der wie sein Vater Thomas K. heißt, überlebte die Tragödie. Er befindet sich in Invermere (British Columbia) im Krankenhaus.
Die Niederbayern und der Münchner Henning F. waren seit Anfang der Woche in Kanada. Am Unglückstag setzten Helikopter neun Skifahrer und den Tourenführer auf dem Berg ab. Gegen 12 Uhr Ortszeit wedelte die Gruppe im unberührten Tiefschnee in Richtung Tal. Nach etwa einem Viertel der Strecke, so heißt es von den dortigen Behörden, wurden sie aber von einer gewaltigen Lawine erfasst. Nach der Landeskategorie handelte es sich um Stufe 3 – die Lawine hatte die Kraft, ein kleines Haus oder einen Sattelzug mitzureißen. Sieben Wintersportler wurden teils verschüttet, drei blieben verschont. Eine Rettungsaktion lief an, Einsatzkräfte wurden von der Heli-Ski-Firma auf den Berg geflogen. Sie gruben die Todesopfer aus und versorgten die insgesamt fünf Verletzten, darunter den 25-jährigen Thomas K. Die Überlebenden wurden ins nahe Invermere gebracht. Der dortige Bürgermeister Al Miller sagte: „Wenn so viele Helikopter immer wieder starten und landen, weiß man, dass etwas ziemlich Schlimmes passiert ist.“
Der überlebende Thomas K. musste die Angehörigen über das Drama informieren. Die PNP berichtet, er ist an Schulter und Kopf verletzt. Der Chef der Heli-Skiing-Firma, Tom Brinkerhoff, zeigte sich erschüttert über das Unglück. „Das ist der traurigste Tag seit 40 Jahren, seit ich in der Firma bin.“ Die Gäste und Guides seien wie ein Teil der Familie. „Welchen Schmerz wir fühlen, lässt sich nicht in Worte fassen.“
Der überlebende Thomas K. hatte die Reise zu seinem bestandenen Bachelor geschenkt bekommen. Ihm und den Hinterbliebenen gehört das Mitgefühl der ganzen Gemeinde. Bürgermeister Bauer hatte am Freitag die Familien aufgesucht. „Wir versuchen, sie in jeder Hinsicht zu trösten, zu unterstützen.“ Einer der Toten war ein guter Freund von ihm.