Eine überflutete Bahntrasse bei Günzburg. © dpa
Tilmann Oberst will zurück nach Köln. © Marcus Schlaf
Vor dem Info-Schalter am Münchner Hauptbahnhof bildete sich am Sonntagnachmittag eine lange Schlange. © Marcus Schlaf
München – Die Flut hat auch massive Auswirkungen auf den Bahnverkehr. München ist nach Norden und Westen von der Außenwelt abgeschnitten. Fernverkehrszüge aus Nürnberg, Würzburg und Stuttgart kommen nicht zum Hauptbahnhof durch, auch der Regionalverkehr in Bayern ist stark beeinträchtigt. Die Bahn rät von Reisen nach Süddeutschland ab – aber was machen alle, die schon unterwegs sind?
Vor dem Informationsschalter am Münchner Hauptbahnhof hat sich am Montagmittag eine lange Schlange gebildet. Eine der Reisenden dort ist Peta Borchert: Die 71-jährige Australierin macht gerade Urlaub in Deutschland. Sie wollte mit ihrer Freundin von München eigentlich weiter nach Berlin, jetzt müssen die beiden ihre Fahrt verschieben. Für ihre Freundin ist das Zug-Chaos besonders ärgerlich, denn sie muss am Dienstag einen Flug nach Finnland erwischen – in Berlin.
Eine Prognose, wann alle Strecken wieder befahrbar sein werden, kann die Bahn nicht geben. „Das hängt davon ab, wie sich die Hochwasserlage entwickeln wird und auch wie zügig die Aufräum-Arbeiten vorangehen“, sagt eine Sprecherin. Um die Wartezeit zu verkürzen, geben DB-Mitarbeiterinnen kostenlosen Kaffee und Wasser aus.
Auch Tilmann Oberst und seine Urlaubsgruppe mit sechs Kindern wollten schon längst zurück in ihrer Heimatstadt Köln sein. Die Kinder müssen schließlich in die Schule. Die Rückreise vom Familienurlaub in Österreich haben sie schon von Sonntag auf Montag verschoben – aber auch gestern hatten sie kein Glück. Jetzt versuchen sie, mit Mietwagen nach Hause zu kommen.
Die Deutsche Bahn gab zudem am Sonntag bekannt, dass der Zugverkehr zwischen Murnau und Garmisch-Partenkirchen aufgrund von massiven Unwettereinflüssen mit Dauerregen eingestellt worden sei. Züge aus München endeten vorzeitig in Murnau. Aus Richtung Mittenwald endeten die Züge in Garmisch-Partenkirchen. Ein Ersatzverkehr mit Bussen sei eingerichtet worden, es sei aber mit erheblichen Beeinträchtigungen zu rechnen. Von Reisen werde wegen der derzeitigen Witterung abgeraten. LEONIE STÖCKLE