So verlor ich 8000 Euro

von Redaktion

Kautions-Betrug – Münchnerin (23) verzweifelt

München – Er nannte sich Fabrizio, kam im weißen Porsche – und machte sich mit dem Geld ahnungsloser Mieter in spe aus dem Staub.

Betrugsskandal in der Maxvorstadt: Ein Kautions-Abzocker hat mindestens 18 Münchner um je 8200 Euro gelinkt. Ein Opfer: die Münchner Studentin Zoe Grossmann (23). Sie wollte mit ihrer Schwester (19) zum 1. März in die Türkenstraße ziehen. Die drei Monatsmieten Kaution plus die erste Monatsmiete sind futsch.

Auf ihrem Tiktok-Account schildert Grossmann unter Tränen die Abzocke. Die Wohnung fand sie Anfang Februar auf Ebay Kleinanzeigen: drei Zimmer Altbau, 105 Quadratmeter, 2300 Euro warm. Grossmann machte einen Termin, ein Mann empfing sie zur Wohnungsbesichtigung. „Er nannte sich Fabrizio S., war Mitte 30, sympathisch, aber ein bisschen prollig. Er war ganz in Prada gekleidet und kam im weißen Porsche.“ Der Mann gab sich als Hausbesitzer aus. „Er hatte die Schlüssel zur Wohnung, zeigte uns sogar eine zweite freie Wohnung.“

Bei der Besichtigung schöpfte Grossmann keinen Verdacht: „Er sagte, er sei aus Schäftlarn, zeigte uns seinen deutschen Ausweis.“ Stunden später bekam sie den Mietvertrag zugeschickt. Für Grossmann wirkte alles normal. Einzige Bedingung: „Wir mussten vier Monatsmieten vorab überweisen – auf ein Konto der Sparkasse Starnberg.“

Dann lief alles aus dem Ruder: Die erste Wohnungsübergabe am 25. Februar sagte Fabrizio S. ab, sagt Grossmann. „Bei der zweiten geplanten am 1. März schrieb er mir, er sei im Krankenhaus. Dann hat er mich geblockt. Ab da war’s klar, dass es Betrug war.“

Grossmann erstattete Anzeige bei der Polizei in der Türkenstraße. „In dem Moment kamen zwei Leute rein, die exakt wegen dieses Betrugsfalls auch eine Anzeige aufgeben wollten. Ihnen hatte man gesagt, dass die Wohnung einen Wasserschaden hat.“ Sie hat eine Whatsapp-Gruppe mit Betroffenen gegründet – „wir sind 18 Mitglieder“. Heißt: Der Schaden beträgt mindestens 150 000 Euro!

Polizeisprecher Derya Mirzaoglu: „Wir haben eine zweistellige Zahl von Anzeigen. Wir ermitteln wegen gewerbsmäßigen Betrugsdelikten. Der Täter ist unbekannt.“ Wer Fabrizio S. ist, wo er steckt – unklar! Am vergangenen Sonntag befragte die Polizei die Nachbarn im Haus, sagt ein Bewohner. „Es ging schon am Samstag tumultartig zu“, sagt der Mann. „Da standen Leute mit dem Umzugswagen vorm Haus – konnten aber nicht rein. Sie hatten keinen Schlüssel.“
THOMAS GAUTIER, CLARA SUTTER

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