Würzburg – Das Landgericht Würzburg hat eine Prostituierte zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Die 30-jährige Rumänin wurde für schuldig befunden, drei ihrer Freier betrogen und von ihnen erhebliche Summen erpresst zu haben. Unter den Opfern befindet sich ein katholischer Priester, der als Hauptbelastungszeuge auftrat.
Den Geistlichen hatte die Frau 2016 in einem Saunaclub kennengelernt. Seit 2022 war er ihr Kunde. Bald täuschte sie ihm schwere Krankheiten vor und die Absicht, mit ihm eine Liebesbeziehung eingehen zu wollen. So bewegte sie ihn dazu, ihr über 240.000 Euro zukommen zu lassen. Der Priester sagte aus, er habe dafür drei Lebensversicherungen aufgelöst. Als er nicht weiterzahlen wollte, drohte sie, seinen Arbeitgeber zu informieren und alles öffentlich zu machen. Die Frau fertigte auch heimlich Nacktfotos von dem Geistlichen an.
Vor dem Urteil sagte die Angeklagte unter Tränen: „Es tut mir leid, was ich gemacht habe, ich habe das nicht mit Absicht gemacht.“ Als strafmildernd wertete das Gericht, dass die Frau nicht vorbestraft sei und keinerlei soziale Absicherung habe. Allerdings handle es sich bei fast 310.000 Euro um einen gewaltigen Schaden. Die Verteidiger machten geltend, ihre Mandantin stamme aus prekären Verhältnissen und sei „in diesen Job hineingeschlittert“. Eine kaltblütige Kriminelle sei sie jedenfalls nicht. Sie forderten für ihre Mandantin eine Gesamtstrafe von zweieinhalb Jahren. Die Staatsanwältin hatte auf dreieinhalb Jahre plädiert. Die acht Monate Untersuchungshaft werden angerechnet. Dem Urteil liegt eine Verständigung der Prozessbeteiligten zugrunde. Eine Revision ist möglich.KNA