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3,80 mehr fürs D-Ticket

Kritik an Preiserhöhung im Nahverkehr – Vergleich mit dem Tankrabatt

München – Das Deutschlandticket wird erneut teurer. Ab Januar muss man statt bisher 63 Euro dann 66,80 Euro zahlen. Das gaben die Verkehrsminister der Länder am Mittwoch bekannt. Neben dem Deutschlandticket wurden auch die Preise für das Deutschlandticket als Jobticket mit 63,46 Euro (bisher 59,85) und als Semesterticket mit 40,08 Euro (bisher 37,80) für 2027 neu festgelegt. Die krummen Beträge sind Resultat der sogenannten Index-Berechnung, die von den Ministern im März beschlossen worden war.

Damals vereinbarten die Minister, den Ticketpreis künftig an einen Preisindex zu koppeln, der spätestens am 30. September für das Folgejahr ermittelt wird. Mit den Berechnungen ist die D-TIX GmbH beauftragt, die verschiedene Nahverkehrsverbünde gegründet haben. Maßgeblich sind Faktoren wie Energiepreise und Personalkosten. Berücksichtigt wird auch, dass Bund und Länder für das Ticket jedes Jahr jeweils rund 1,5 Milliarden Euro Zuschuss geben. Dieser Betrag ist allerdings bis 2030 festgeschrieben, wird also nicht jährlich erhöht. Die Folge ist, dass die Preissteigerungen jetzt und in der Zukunft von den Ticketkäufern allein geschultert werden müssen.

Minister geben keinen Kommentar ab

Die Minister wollten ausdrücklich keine Bewertung abgeben. Begründung: Der Index sei keine politische Entscheidung, sondern eine strikt ökonomische Berechnung. Einer der wenigen, die pro Preiserhöhung argumentierten, war am Mittwoch der frühere Chef der Münchner MVG, Ingo Wortmann: „Wir haben Verständnis dafür, dass eine Preiserhöhung in Zeiten steigender Verbraucherpreise für manche Fahrgäste schmerzhaft ist“, erklärte Wortmann, der als Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen amtiert. Doch da Bund und Länder ihren Zuschuss nicht erhöhten, müsse die Last von den Fahrgästen übernommen werden.

Dennoch gab es gestern auch viel Kritik. „Für mich ist das eine riesige Ungerechtigkeit“, erklärte die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete der Grünen, Victoria Broßart. „Der Tankrabatt ist nachweislich ineffizient, unökologisch und ungerecht, das Deutschlandticket ist das genaue Gegenteil.“ Die Umweltschutzorganisation BUND hat eine mögliche Preiserhöhung des Deutschlandtickets als inakzeptabel kritisiert. „Die Ankündigung einer erneuten Preiserhöhung kommt zur Unzeit“, erklärte der Leiter Verkehrspolitik beim BUND, Jens Hilgenberg. „Es ist nicht zu akzeptieren, dass die Bundesregierung 2,5 Milliarden Euro Steuergeld für einen weiteren Tankrabatt freimacht, es aber nicht schafft, das Deutschlandticket zumindest preisstabil zu halten.“

Aktuell nutzen das Ticket dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen zufolge rund 14,5 Millionen Menschen. Nach einer Testphase als 9-Euro-Ticket wurde es 2024 für damals 49 Euro eingeführt. Seitdem gab es Jahr für Jahr Preissteigerungen, allerdings fällt die Erhöhung im Vergleich zu den Vorjahren (plus 9 Euro; plus 5 Euro) dieses Mal niedriger aus. Ab 2028 greift ein Dämpfungsfaktor, der die Zahl der Abos berücksichtigt. Werden es mehr, verringert sich die Preiserhöhung.DW

Freitag, 2. Oktober 2026
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