Blindenhund unerwünscht
Gilchinger muss Drogerie verlassen – Rossmann entschuldigt sich
Eingespieltes Team: Philipp Paulus aus Gilching mit seinem Assistenzhund Querido. © Jaksch
Gilching – Philipp Paulus aus Gilching im Kreis Starnberg hat wegen einer Augenerkrankung nur noch eine Sehfähigkeit im einstelligen Prozentbereich. Der 47-Jährige hat sich damit arrangiert. Und zur Unterstützung kann er auf Assistenzhund Querido zählen, der ihm dabei hilft, alleine im Ort unterwegs zu sein. Mit diesem Blindenhund wollte Paulus am 26. September in der Gilchinger Rossmann-Filiale einkaufen. Doch obwohl er auf Querido angewiesen ist, forderte ihn eine Mitarbeiterin auf, das Geschäft wegen des Hundes zu verlassen.
Paulus klärte sie auf, wollte ihr den Schwerbehindertenausweis sowie den Ausweis als Mensch-Assistenzhund-Gemeinschaft vorlegen. Die Mitarbeiterin zog eine Kollegin hinzu. Doch auch die forderte Paulus auf, das Geschäft umgehend zu verlassen. Mehrere Kunden unterstützten Paulus, jedoch ohne Erfolg. Eine Mitarbeiterin kündigte an, bei der Hotline nachzufragen. Nach zehn Minuten hieß es, sie habe niemanden erreicht. Paulus verließ schließlich die Filiale. Doch er ärgerte sich – denn die Rechtslage ist eindeutig: Ihm darf der Zutritt wegen seines Assistenzhundes nicht verweigert werden. Paulaus beschwerte sich bei Rossmann.
Und tatsächlich: Das Unternehmen hat sich mittlerweile ausdrücklich bei ihm entschuldigt. Sein Erlebnis sei sicherlich belastend gewesen und man bedaure sehr, dass er sich nicht darauf habe verlassen können, mit seinem Assistenzhund willkommen zu sein. „Wir werden sein Erlebnis zum Anlass nehmen, nicht nur unsere Beschäftigten in Gilching, sondern bundesweit erneut für den Umgang mit Assistenzhunden zu sensibilisieren“, teilt die Drogeriemarktkette mit.HVP