So fasten wir uns gesund

von Redaktion

Heute beginnt die Fastenzeit. Wer sich im Verzicht übt, tut seinem Körper und seiner Seele viel Gutes, sagen Experten. Die wichtigsten Fakten zum Aschermittwoch.

40 Tage Abstinenz

Die meisten Bundesbürger haben Erfahrung mit dem Fasten – und finden es gut! Das geht aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK hervor. Die Tradition des Fastens kommt in den meisten Weltreligionen vor. Im Christentum wird von Aschermittwoch bis Karsamstag gefastet. Also 40 Tage lang; die Sonntage sind dabei nicht mitgerechnet. Der christliche Hintergrund: Die Fastenzeit dient der Vorbereitung auf Ostern und erinnert an jene 40 Tage, die Jesus fastend und betend in der Wüste verbrachte. Heute bedeutet Fasten für viele den Verzicht auf bestimmte Dinge – und das bezieht sich nicht ausschließlich aufs Essen.

Einstieg in besseren Lebenswandel

Eine Fastenkur kann der Startschuss für eine „gesundheitsfördernde Ernährung“ sein, heißt es bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Tatsache ist, dass sich unser Körper beim Fasten auf den Hungerstoffwechsel umstellt, somit auf Sparflamme brennt – und dann seine Energiereserven angreift: zuerst die körpereigenen Kohlehydratreserven, dann das Körpereiweiß und -fett.

Schwer im Trend liegt momentan das Intervallfasten, bei dem „nur“ stunden- oder tageweise gefastet wird. Es ist also ein Mittelweg zwischen Essen und Verzicht. Wissenschaftliche Studien zu Langzeiteffekten liegen zwar noch nicht vor, aber: Bisherige Daten deuten klar darauf hin, dass man leichter abnimmt – und der gefürchtete Jo-Jo-Effekt ausbleibt. Tierversuche haben zudem gezeigt, dass Intervallfasten das Risiko für chronische Krankheiten senken kann, also etwa für die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und neurologische Leiden.

Eine Form des Verzichts ist auch das Heilfasten, es gehört zu den ältesten Naturheilverfahren. Dabei verzichtet man über einen bestimmten Zeitraum auf feste Nahrung. „Speziell die ersten beiden Tage bringen den Körper durcheinander und erzeugen Stress. Viele leiden dann unter Kopfschmerzen, Müdigkeit, fühlen sich schwach, frieren die ganze Zeit“, sagt Psychologin Felicitas Heyne. „Wenn die Umstellung aber geschafft ist, verschwinden diese negativen Effekte nicht nur – sie werden sogar durch ein Hochgefühl und einen Energieschub abgelöst!“

Besonders wichtig beim Fasten: stets viel trinken! Und: unbedingt bewegen, das beugt dem Muskelabbau vor. Gerade wer sehr streng fasten will, sollte vorab mit einem Arzt sprechen; das gilt vor allem bei Vorerkrankungen wie Rheuma oder Gicht. Kinder, Schwangere, Stillende oder Kranke sollten nicht fasten.

Schluss mit Alkohol und Zucker

Ein Gläschen Wein am Abend, das Bierchen am Wochenende mit Freunden. Ist ja nix dabei. Oder? „Für die Gesundheit ist es die beste Lösung, keinen Alkohol zu trinken“, sagt der Toxikologe Prof. Florian Eyer vom Uniklinikum rechts der Isar. „Denn Alkohol, oder vielmehr sein Stoffwechselprodukt ,Acetaldehyd‘, ist und bleibt ein Zellgift.“ Die gute Nachricht: Schon eine einwöchige Abstinenz wirkt Wunder, zum Beispiel schläft man nachweislich besser; nach einem Monat ist Experten zufolge sogar die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit höher. Und: Da Alkohol als „guter Kalorienträger“ gilt, kann durch den Verzicht auch das eine oder andere Kilo purzeln.

Wer Zucker von seinem Speiseplan streicht oder zumindest weitgehend, bekommt zwar erst mal ein paar Entzugserscheinungen, aber grundsätzlich betrachtet kann er dabei nur gewinnen: Die Haut wird besser, zumal Zucker Entzündungen fördert. Auch die Waage zeigt mit der Zeit weniger Kilos an. Und unseren Zähnen tut diese Abstinenz auch gut. Vor allem aber: Zu viel Zucker ist schlecht fürs Herz! Schon vor Jahren zeigte eine Studie der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC, dass zu viel Zucker die Gefahr tödlicher Herzkrankheiten erhöhe. Konkret wiesen die Forscher einen Zusammenhang zwischen hohem Zuckerkonsum und erhöhter Sterblichkeit nach – unabhängig davon, ob man übergewichtig ist oder nicht.

Das Smartphone mal ausschalten

Wenn das Smartphone ständig klingelt oder vibriert und man jedes Mal sofort abnimmt oder aufs Display schaut, riskiere man Dauerstress und soziale Isolation, heißt es bei der Kaufmännischen Krankenkasse. Auch Konzentrations- und Schlafstörungen, Kopf- und Rückenschmerzen, Herzleiden und psychische Erkrankungen ließen sich mit „digitaler Entgiftung“ eindämmen. „Das Gehirn braucht wiederkehrende Phasen, in denen es sich erholen kann“, sagt Jana Acker, Expertin für Psychologie und Stressreduktion. Es mache wenig Sinn, einmal am Wochenende ohne Smartphone durch den Wald zu wandern, um dann weiterzumachen wie zuvor. Besser sei es, regelmäßig „analoge Zonen“ zu schaffen. Sinnvoll seien mehrere kleine Auszeiten pro Tag, etwa „Offline-Mittagspausen“ oder der Verzicht auf digitale Medien zwei Stunden vorm Schlafengehen.

Zusammenfassung: B. Nazarewska

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