Zehn Superhelden für die Küche

von Redaktion

Schon mit wenigen altbekannten Zutaten kann man seinem Körper viel Gutes tun

München – Hafer senkt den Blutzucker, Magen und Darm freuen sich über Kartoffeln, Zitronen bekämpfen Entzündungen: Mit nur zehn gängigen Lebensmitteln, die fast jeder zu Hause hat, tun Sie Ihrer Gesundheit sehr viel Gutes. Umso schöner, wenn man die Naturapotheke mit einem tollen Geschmackserlebnis verbinden kann. Im neu erschienenen Kochbuch „Heilen mit Lebensmitteln“ haben Projektleiterin Ines Alms und die Texterin Cora Wetzstein sich mit den zehn „Superhelden“ auseinandergesetzt. Auf dieser Seite verraten sie, wie Hafer, Honig, Ingwer, Kartoffel, Kohl, Kurkuma, Öl, Salz, Zitrone und Zwiebel uns helfen.

Zitrone

Mit Vitamin C aus dem Saft und Flavonoiden, die die Schale so schön gelb färben, unterstützt die Zitrone das Immunsystem im Kampf gegen Viren und Bakterien. Und die enthaltenen Mineralstoffe Kalium und Magnesium halten Ihr Herz fit. Vitamin C im Essen macht übrigens das enthaltene Eisen für den Körper besser verfügbar – ein Spritzer über Fleisch oder Fisch hilft also einer guten Nährstoffversorgung auf die Sprünge. Wenn Sie die Schale der Zitrone verwenden wollen, sollten Sie zu Bio-Ware greifen und die Frucht aber trotzdem vor dem Abreiben noch mal mit heißem Wasser abspülen. Übrigens: Wie alle Zitrusfrüchte scheuen auch Zitronen die Kälte des Kühlschranks.

Ingwer

Fernsehkoch Alfons Schuhbeck macht es gar nicht ohne: Ingwer wirkt entzündungshemmend, regt die Verdauung an, stärkt das Immunsystem, reguliert den Blutzuckerspiegel, kurbelt die Durchblutung an und hemmt den Appetit. Der unterirdische Hauptspross des Ingwers (botanisch: Rhizom) ist eine Allzweckwaffe im Kampf gegen ernährungsmitbedingte Krankheiten. Kaufen Sie pralle Knollen, die gleichzeitig aromatisch und scharf schmecken. Je älter Ingwer ist, umso beißender kommt die Schärfe zum Tragen.

Kurkuma

Die Gewürzpflanze finden Sie getrocknet und gemahlen in Gewürzregal jedes gut sortierten Supermarkts oder als frisches Rhizom in Bioläden oder Gärtnereien. Studien zeigen, dass Menschen, die regelmäßig Kurkuma verzehren, Entzündungen und vor allem Erkrankungen der Leber und des Darms vorbeugen können. Zudem soll die gelbe Knolle den Stoffwechsel anregen und beim Abnehmen helfen. Allein die leuchtende Farbe, die mit Kurkuma gewürzte Gerichte erhalten, sorgt schon für gute Laune. Und die macht ja auch gesund. Kurkuma ist fettlöslich, darum sollte immer noch etwas Öl beigemischt sein.

Zwiebelgewächse

Zwiebeln und Knoblauch in den Speiseplan einzubauen, ist einfach. Denn sie fühlen sich fast in jedem Gericht wohl. In Ofengemüse, als Zutat für Soßen oder Suppen, in Aufstrich oder Salat können Zwiebelgewächse ihren Joker Allicin ausspielen. Allicin ist nicht nur verantwortlich für den typischen Geruch, sondern auch gesund. Die Schwefelverbindung, die beim Zerkleinern von Zwiebeln und Knoblauch aus dem sekundären Pflanzenstoff Allicin entsteht, hemmt Entzündungen, senkt den Blutdruck und schützt die Gefäße.

Kartoffeln

Dicke Dinger sind die Knollen nur, wenn sie zu Pommes oder Chips in jeder Menge Fett gebrutzelt werden. Wer sie kocht oder dämpft, hat einen leicht verdaulichen Magenfüller auf dem Teller, der das Verdauungssystem nicht belastet, dank der enthaltenen Antioxidantien vor Herzerkrankungen und Diabetes schützt und mit Vitamin C das Immunsystem stärkt.

Kohl

Egal ob Brokkoli, Wirsing, Weißkohl, Rotkohl oder Rosenkohl: Die gesamte Kohlfamilie liefert Top-Werte in Sachen Ballaststoffe und Vitamin C. Doch auch die Liste der enthaltenen Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundären Pflanzenstoffe, die sogar krebshemmend wirken sollen, ist lang. Immunsystem, Verdauung, Blutzuckerspiegel und das Herz-Kreislauf-System profitieren alle vom regelmäßigen Kohlgenuss.

Honig

Honig enthält zu 80 Prozent Zucker und so sollte er auch dosiert werden – wie ein Gewürz. Wer zu Verstopfung neigt, dem kann der hohe Fruchtzuckergehalt des Honigs mit seiner leicht abführenden Wirkung helfen, den Darm wieder anzukurbeln.

Salz

Die weißen Körnchen bestehen aus Natrium und Chlor – eine Verbindung, die für uns Menschen lebensnotwendig ist. Wie in fast allen Bereichen macht auch hier die Menge das Gift. Wer moderat salzt, der unterstützt mit Natrium seine Herzfunktion und mit Chlorid seine Verdauung. Feines Salz am besten in einer Variante ohne Rieselhilfen und Trennmittel aussuchen. Das sind künstliche Zusatzstoffe, die kein Mensch braucht.

Hafer

Unscheinbarer als eine Haferflocke kann man fast nicht sein. Doch eine ihrer Superkräfte heißt Beta-Glucan: Dahinter verbirgt sich ein löslicher Ballaststoff, der zum einen lange satt macht und so mithilft, bei Bedarf Gewicht zu verlieren. Gleichzeitig steigert er die Insulinempfindlichkeit der Zellen. Das dimmt den Blutzuckeranstieg nach einer Mahlzeit und beugt der Entstehung von Diabetes vor. Zudem schützen Phytoöstrogene im Hafer Ihr Herz und Saponine machen das gesundheitsschädliche LDL-Cholesterin dingfest.

Öl

Streichen Sie Fette und Lebensmittel, die gesättigte Fettsäuren oder gehärtete Fette enthalten, von Ihrer Liste. Dazu zählen Fertigprodukte, Margarine, Butter und Frittierfett. Rücken Sie stattdessen pflanzliche Öle ins Rampenlicht: Rapsöl, Leinöl, Olivenöl und Nussöle versorgen Sie mit herzgesunden und entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren. SUSANNE HÖPPNER fotos: imago

„Heilen mit Lebensmitteln: Die besten Rezepte mit Hafer, Kartoffeln und Co.“; ZS Verlag, 24,99 Euro.

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