5 FRAGEN AN
Sebastian Tenius, 36, ist Zweiradmechaniker und Gewinner des Wettbewerbs „Mr. Handwerk 2021“. Als Werkzeuge, die jeder Haushalt haben sollte, empfiehlt der Ingolstädter eine Dose Multiöl, Panzertape, einen Satz Schraubendreher, einen Schlosserhammer und eine Kombizange.
Was bedeutet die Auszeichnung „Mr. Handwerk 2021“ für Sie?
Diese Auszeichnung bedeutet für mich in erster Linie, dass ich jungen und junggebliebenen Menschen eine Richtung weisen möchte. Ich empfehle dazu natürlich eine grundsolide Ausbildung im Handwerk. Derzeit begleite ich jemanden, der mit Anfang 40 noch eine Umschulung macht. Ich finde das großartig!
Sollten wir grundsätzlich mehr reparieren?
Ein ganz klares Ja! Manch günstige Alltagsprodukte sind vom Hersteller so konstruiert, dass sie nach wenigen Jahren bereits den Geist aufgeben. Weil sie so günstig waren, lohnt sich aus Sicht des Verbrauchers keine Reparatur. Dabei würde das dem Produkt nicht nur eine längere Lebensdauer geben, sondern auch Müll reduzieren. Meist braucht man nur einfach und günstig erwerbbare Komponenten und ein bisschen Zeit. Wer sich an etwas nicht herantraut, für den gibt es immer mehr Reparatur-Cafés.
Versuchen Sie selbst auch lieber erst ein Produkt zu reparieren?
Auch hier ein klares Ja! Ich bin von Natur aus neugierig und versuche natürlich herauszufinden, warum eine Sache kaputtgegangen ist. Alte Geräte halten – bei normalem Gebrauch und Pflege – meist deutlich länger als neuere. Wir benutzten einen 30 Jahre alten Handmixer, den ich mal von meinen Eltern übernommen habe. Das nenne ich mal nachhaltig.
Sind Sie auch schon einmal an einer Reparatur verzweifelt?
Grundsätzlich kann man alles mit dem richtigen Know-how reparieren. Mein Vater ist Elektromeister und hat schon alles Mögliche repariert. Wenn es hinterher nicht funktioniert hat, wusste er wenigstens, wie es im Inneren aussieht. Eine ähnliche Reparaturphilosophie lege auch ich an den Tag. Ich habe vor zig Jahren mal versucht, eine Stereoanlage zu reparieren, aber mangels Erfahrung habe ich sie leider kaputtrepariert.
Was planen Sie mit dem Titel Mr. Handwerk?
Ich hoffe, den einen oder anderen fürs Handwerk inspirieren zu können. Außerdem möchte ich dieses Frühjahr noch einmal ins Flutgebiet im Ahrtal fahren, um dort noch mehr Motorräder und anderes Kleingerät zu reparieren.
Interview: Leonie Hudelmaier