Nürnberg – Das Klinikum Nürnberg und die Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) wollen herausfinden, ob Kunsttherapie bei einer Post-Covid-Erkrankung Erschöpfungssymptome lindern kann. Dafür suchen sie Teilnehmende für die Studie „Malt! II“, wie das Klinikum Nürnberg am Freitag mitteilte. Teilnehmen können Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren, die an Post-Covid leiden und bei denen Fatigue oder ein chronisches Fatigue-Syndrom im Vordergrund stehen. Der Studienzeitraum soll im März 2026 starten.
Die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Klinikums Nürnberg behandelt der Mitteilung zufolge seit 2022 Patientinnen und Patienten mit Post-Covid bedingter Fatigue und psychosozialen Belastungen. Seit Oktober 2025 fördert das Bundesgesundheitsministerium die Klinik, um die Versorgung von Menschen mit Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung durch Forschung zu verbessern.
Zehnwöchige Kunsttherapie
Zu Beginn und am Ende der Behandlungsstudie erfolgen demnach medizinische und psychologische Untersuchungen. Die Teilnehmenden werden per Zufall in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe nehme zehn Wochen lang wöchentlich an einer angeleiteten Kunsttherapie teil, die Achtsamkeit, Wahrnehmung und kreatives Arbeiten kombiniere. Die zweite Gruppe erhalte einige Monate später ebenfalls die Möglichkeit zur Therapie.
„Kunsttherapie wirkt stressreduzierend und fokussierend“, sagte Christiane Waller, Chefärztin der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Man wisse, dass Kunsttherapie bei chronischen körperlichen Erkrankungen Erschöpfungssymptome lindern kann. „Wir denken, dass das auch bei der Post-Covid-Erkrankung so sein könnte“, so Waller.
In Deutschland sind Schätzungen zufolge mehrere hunderttausend bis über eine Million Menschen nach einer Covid-19-Erkrankung von Post-Covid betroffen.JULIA RIESE