Mein Leben mit der Mega-Baustelle

von Redaktion

Friseurmeisterin Daniela Farnhammer ist eine der Leidtragenden

Logen-Blick aus dem Friseurladen: Das Foto unten stammt aus dem Jahr 2016, das in der Mitte aus dem Jahr 2018. Oben der Ausblick heute. © Michaela Hartmann

Im Friseurladen Coiffeur Robert an der Schrammerstraße hat man Logenplätze: Blick vom ersten Stock direkt auf die Baustelle am Marienhof. „Vor allem technikaffine Herren und Kinder stellen sich erst mal ans Fenster. Die wollen sehen, was vor sich geht,“ berichtet Inhaberin Daniela Farnhammer (58). Seit fast zehn Jahren lebt sie mit der Baustelle. „Anfangs war sie für uns sehr frustrierend, mittlerweile leben wir in Frieden miteinander. Wir haben uns damit abgefunden.“

■ Staub gibt es gratis

Presslufthammer, Gestank von Teer und Diesel, Bohrer die sich in den Untergrund fressen. Eine Unterhaltung mit den Kunden war teilweise kaum möglich, sagt die Friseurmeisterin. „Wir waren oft heiser vom ständigen Brüllen. Manchmal hat es so geruckelt, dass wir nicht mehr auf unseren Stühlen sitzen konnten.“ Und das bei einem Job, der eine ruhige Hand erfordert. Inzwischen ist es ruhiger, Lkw donnern aber immer noch vorbei – Staub inklusive. „Das Schaufenster unten putzen wir täglich. Die Fenster oben lassen wir zweimal im Monat putzen“, sagt Farnhammer. Die meisten Arbeiten finden jetzt tief im Untergrund statt. „Wir sehen das vor allem daran, dass mittags und abends Arbeitertrupps von 40 oder 50 Mann hoch- und runterfahren.“NINA BAUTZ

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