München – Auch Seele und Geist sind ein Faktor. Die Fastenzeit ist die 40-tägige Vorbereitungszeit auf das christliche Hochfest Ostern, das Fest der Auferstehung. Christen erinnern an das Leiden und Sterben Christi. In dieser Zeit geht es nicht nur ums Fasten bei Speisen und Genussmitteln, sondern auch um die Prüfung eigener Gewohnheiten. Der bayerische evangelische Landesbischof Christian Kopp gibt für die Fastenzeit zehn einfache Denkanstöße.
Selig sind die Sanftmütigen: Versuchen Sie es in den Fastenwochen, bewusst weniger hart anderen und auch sich selbst gegenüber zu sein.
Zuhören: Einfach mal den Mund halten und erst zuhören. Das klingt hart, ist aber oft segensreich. Erst hören und dann reden – das hilft in allen menschlichen Beziehungen.
Freundlichkeit: Versuchen Sie, jeden Tag einmal kurz mit irgendjemandem Wildfremden freundlich in Kontakt treten – beim Einkaufen, in der Schule, in der Arbeit, im Bus.
Analog: Der Alltag ist hektisch genung. Deshalb sollte man sich jeden Tag einen komplett analogen Moment gönnen, zum Beispiel eine Stunde lang oder einmal in der Woche ab 18 Uhr das Smartphone in den Flugmodus versetzen und weglegen.
Gottesdienst: Besuchen Sie einen Gottesdienst oder ein Konzert in der Passionszeit.
Empathie: Versetzen Sie sich jeden Tag einmal in die Haut eines anderen und fühlen mit, so gut es eben geht. In der Bibel heißt das so: Freue dich mit den Fröhlichen, weine mit den Weinenden.
Neugier: Beharren Sie nicht immer auf der eigenen Meinung, sondern bleiben Sie neugierig auf das, was andere denken. In den Dialog treten und im Dialog bleiben. Mit Menschen. Mit der Natur. Mit Gott.
Sehnsucht: Trau deiner Sehnsucht etwas zu – sie zeigt dir, was du jetzt brauchst und gut für dich ist. Nimm Dir zum Beispiel jeden Tag fünf Minuten zum Schauen – schau genau hin – in den Himmel, auf einen Baum im Wind, auf einen Vogel, auf eine Straße mit Menschen und Autos – fünf Minuten zum Ruhigwerden.
Milde statt Härte: Achten Sie im Gespräch oder beim Chatten auf Wortwahl und Ton – auch gegenüber einem selbst.
Gib Gott eine Chance: Gehen Sie in eine Kirche, zünden eine Kerze an. Dabei sollte man sich Zeit nehmen, und vielleicht ausprobieren, ob das Vaterunser noch geht.CM