Projekt in Bogenhausen: So kann‘s gehen
Investor plant im Osten Münchens mehr als 800 neue Apartments, ruhigen Innenhof und Dachgärten
So soll das Gebäude am Zamilapark aussehen. Geplant sind über 800 Wohnungen. © Rock Capital
München – Im Zamilapark in Bogenhausen soll eine leer stehende Büroimmobilie fürs Wohnen umgebaut werden. So könnten hier über 800 neue Wohnungen entstehen. Das Projekt entspricht ganz der Linie von Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne), der München 50.000 neue Wohnungen versprochen hat. Das Projekt in Bogenhausen könnte daher zum Modell für ganz München werden.
Die bestehende Büroimmobilie, die am Stefan-George-Ring 2-8 und der Süskindstr. 2-4 liegt, stammt aus den 90er-Jahren. Erhalten werden soll nur die Grundsubstanz, ansonsten wird das Gebäude vollständig umgebaut und in Teilen aufgestockt. „Der Fokus liegt auf den besonders benötigten und daher stark nachgefragten Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen, die durch größere Wohnungen ergänzt werden“, erklärt Christian Lealahabumrung, Geschäftsführer des Investors Rock Capital Group. Ein gewisser Teil der Wohnungen wird zudem als mietpreisgedämpfter Wohnungsbau realisiert. Das Wohnungsangebot richtet sich damit insbesondere an Studierende, Berufsstarter, Pendler sowie in Teilen auch junge Familien. „Das wird kein Arbeiterwohnheim“, betont Lealahabumrung.
Ergänzt wird die geplante Wohnnutzung durch kleinteiligen Einzelhandel und Gastronomie sowie eine neue Kita. Kernstück ist ein ruhiger Innenhof mit hoher Aufenthaltsqualität. Das Freiraumangebot wird durch attraktive Dachgärten ergänzt. Die benötigten Stellplätze kommen in der vorhandenen Tiefgarage mit rund 330 Stellplätzen unter. Ergänzend stehen den künftigen Bewohnern gemeinschaftlich nutzbare Mobilitätsangebote wie Lastenräder oder Carsharing-Autos zur Verfügung. Der ursprünglich vorgesehene Supermarkt entfällt aufgrund fehlenden Interesses möglicher Betreiber. „Alle angefragten Lebensmittelhändler haben abgesagt.“
Eigentlich habe seine Firma dort von Anfang an Wohnen realisieren wollen. „Die Büroimmobilie liegt dort wie ein Fremdkörper im umliegenden Wohngebiet.“ Aber mit der Novelle der Sozialgerechten Bodennutzung (SoBoN) 2021 habe man den Plan aufgeben müssen und Büros gebaut. Die SoBoN verpflichtet private und gewerbliche Entwickler, einen hohen Anteil an geförderten und preisgedämpften Wohnungen zu schaffen sowie stärkere Kosten für die soziale Infrastruktur zu übernehmen. Mit dem neuen Bauturbo und den Bundesförderprogrammen für den Umbau von Büros zu Wohnungen ist nun alles deutlich leichter geworden.
Die Planung des Vorhabens erfolge in Abstimmung mit der Stadt, sagt der Rock-Capital-Geschäftsführer. In Kürze soll der Bauvorbescheid ausgestellt werden. Der Beginn der Umsetzung ist für Anfang 2027 geplant. Kritik kommt aus dem Bezirksausschuss Bogenhausen. Es sei nicht mehr der anfangs versprochene Wohnungsmix, das erfülle eher nicht den Bedarf im Quartier, heißt es. „Wer soll denn da einziehen?“CARMEN ICK-DIETL