„Diesen Tag werde ich nie vergessen“

Eine 13-jährige Schülerin berichtet von ihren Erlebnissen – „Es hätte jeden erwischen können“

Die Polizei war auch gestern noch am Schongauer Schulzentrum präsent. © Peters

Schongau – Nach dem Amoklauf am Mittwoch sind die Schüler des Schongauer Welfen-Gymnasiums traumatisiert. Im Gespräch mit der Heimatzeitung hat eine 13-Jährige erzählt, wie sie und ihre Freundinnen die schreckliche Tat erlebt haben. „Diesen Tag werde ich nie mehr vergessen“, erzählt das Mädchen. In der letzten Schulstunde wird der Feueralarm ausgelöst. „Wir haben gedacht, das ist wie immer ein Fehlalarm, und haben uns gefreut, dass wir früher nach Hause gehen können.“

Die Lehrkraft sei verunsichert gewesen und hätte sich bei der Kollegin im benachbarten Klassenzimmer versucht rückzuversichern, was die aktuelle Sachlage sei. Diese gab Entwarnung. Die Kinder könnten nach Hause. Ein Irrtum. Ein Teil der Lehrer soll sich gemeinsam mit den Schülern in den Klassenzimmern eingesperrt haben. Der andere Teil des Kollegiums hätte den Feueralarm als Fehlalarm gewertet und die Kinder nach Hause geschickt, erzählt die Schülerin.

Mit einer Hose die Blutung gestillt

Sie und ihre Freundinnen hätten sich noch mit einer Schülerin aus der Nebenklasse unterhalten, dann sei man gemütlich aufgebrochen in Richtung Heimat – der Weg zum Busbahnhof. „Dort sind uns weinende Sechstklässler entgegengerannt, zurück zur Schule. Wir wussten gar nicht, was los ist. Bis wir um die Kurve gelaufen sind.“ Das Bild, das sich ihnen bietet, ist „schrecklich“. Zwei junge Mädchen liegen auf dem Weg. „Sie sind in einer riesigen Lache Blut gelegen, mit dem Gesicht nach unten.“ Ältere Schüler leisten Erste Hilfe, telefonieren. Ein Mädchen hat eine Ersatzhose im Rucksack. Diese wird hergenommen, um behelfsmäßig Blutungen zu stillen. Zwei Lehrer eilen zum Tatort und packen mit an.

Die Freundinnen der Schülerin und sie verlassen fluchtartig den Ort der Bluttat. „Wir hätten nichts mehr helfen können. Und wir wollten einfach nur weg von da. Diese Bilder werde ich nie mehr aus meinem Kopf bekommen.“ Dass sie und ihre Freundinnen sich noch im Schulhaus unterhalten haben, könnte ihre Rettung gewesen sein, ist sie überzeugt. „Es hätte jeden erwischen können.“BARBARA SCHLOTTERER-FUCHS

Samstag, 11. Juli 2026
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