HEILER, HELLSEHER – ODER SCHARLATANE? GESCHICHTEN, DIE BIS HEUTE FASZINIEREN
Bruno Gröning
München – Bruno Gröning (1906–1959), eigentlich Grönkowski, war ein „Geistheiler“. Er behauptete, einen von Gott gesandten „Heilstrom“ an Kranke weiterzuleiten. 1932 trat er der NSDAP bei, war ab 1943 an der Ostfront, lebte nach kurzer Kriegsgefangenschaft in Westdeutschland. Ab Ende der 1940er-Jahre trat er – nachdem er vergeblich in verschiedenen Berufen Fuß fassen wollte – öffentlich als Heiler auf. Als er 1949 von der nordrhein-westfälischen Landesregierung Berufsverbot erhielt, zog er ins Gestüt Traberhof in Rosenheim. Hier besuchten ihn bis zu 15.000 Menschen täglich. Die berühmten „Gröningkugeln“ aus Stanniol verkaufte oder verschenkte er. Ab 1950 ließ sich Gröning für seine Anwesenheit bezahlen. Seine Vortragsreisen in Bayern waren berühmt. 1955 wurde er wegen fahrlässiger Tötung eines 17-jährigen lungenkranken Mädchens verurteilt: acht Monate auf Bewährung und 5000 DM Geldstrafe. Ein Urteil zu seiner Revision wurde nicht mehr verkündet, weil er genau an diesem Tag in Paris an Magenkrebs starb.