Symbol für Werte und Gemeinschaft

von Redaktion

Drehstein auf dem Pausenhof des Ludwig-Thoma-Gymnasiums erinnert an Rudi Schmid

Prien – Was ist ein Drehstein?, mag sich so mancher fragen. Ein Drehstein ist ein Stein, der sich auf einer Metallstange dreht. Ein Stein, der zu schweben scheint und der mit wenig Aufwand in Bewegung versetzt werden kann. Ein solcher befindet sich nun auf dem Pausenhof des Ludwig-Thoma-Gymnasiums (LTG). Gestiftet aus dem Nachlass des ehemaligen LTG-Mathe- und Physiklehrers Rudi Schmid (gestorben 2017). Und dass dieser eine echte Persönlichkeit war, daran erinnerten bei der offiziellen Einweihung Schuldirektor Rainer Hoff und Wolfgang Sedlmeier, Beiratsmitglied des Förder- und Freundeskreises des LTG. Viele aus der Schulfamilie – Schüler und Lehrer, Ehemalige, Mitglieder des Elternbeirates und des Fördervereins – waren dabei zugegen. Noch fehlt die Inschrift auf dem Kunst- und Spielobjekt, auch die Bodenplatte kommt noch.

Schuldirektor Hoff erinnerte an Schmid als ausgezeichneten Pädagogen, als Gründer der AG Fußball, als leidenschaftlichen Sammler von Mineralien und Fossilien. Ein „herzlicher Mensch mit Rückgrat, freundlich, manchmal ein bisschen ruppig.“ Sedlmeier, selbst ehemaliger Schüler von Schmid, listete ebenfalls verschiedene Eigenschaften Schmids auf: Leidenschaftlicher Fotograf und Faschingsliebhaber („bis zur Unendlichkeit verkleidet“), bei allen Schulevents dabei, glühender HSV-Fan, sein Auto, ein Honda, diente bei Schulaufgaben für Berechnungen jeglicher Art, und großes Interesse an Mineralien und Fossilien. In diesem Sinne sei der Drehstein Symbol und Erinnerung zugleich.

Martin Koschorz, SMV-Mitglied (Schülermitverwaltung), sah in dem Drehstein Wahrzeichen und Botschaft. So manchem jüngeren Schüler diene er als Thron, man könne ihn in Bewegung halten, und die Inschrift „Zukunft gestalten – Wer, wenn nicht wir? – Wo, wenn nicht hier? – Wann, wenn nicht jetzt?“ spreche dem Gedanken der Schulfamilie aus dem Herzen. Schnell habe sich die Schulgemeinschaft auf den Spruch einigen können, betonte der Elftklässler.

Mit dem Adjektiv gut könne jeder etwas anfangen. Gut schließe alle und alles mit ein: Sei es eine Schulnote, ein motivierender Appell, die Wertevermittlung und -gemeinschaft der Schule oder das Grundgesetz, das betont: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Die Bodenplatte soll die Inschrift näher erläutern. Darauf soll stehen: „Wir meinen: Die Zukunft wird erst gut, wenn darin unsere Werte gelebt werden können. Das kleine Wörtchen „gut“ beinhaltet eine Fülle positiver Werte. Unsere Schule in Prien liegt in unmittelbarer Nähe der Herreninsel im Chiemsee, auf der uns die Mütter und Väter des Grundgesetzes eine tragfähige, menschliche Werteorientierung gegeben haben, die wir mit dem Wort „gut“ zusammenfassen.

Der Stifter dieses Drehsteins, Rudi Schmid, war als Lehrer des LTGs dafür bekannt, sich außerordentlich für jeden Schüler oder jede Schülerin einzusetzen, zu unterstützen, zu begeistern und spielerisch zu motivieren. Sein unglaubliches Engagement spiegelte so seine tief verinnerlichte und täglich gelebte beispielhafte Menschlichkeit wider – auch das bedeutet unser „gut“. Der Appell ist eine Erinnerung an Rudi Schmid, seine außerordentliche Motivation und seinen Einsatz.“

Alle Redner bedankten sich bei den vielen Ehemaligen und Gönnern, die sich bei der Gestaltung des Steins eingebracht haben. Schön war auch die Rahmenveranstaltung, die der Förderverein ausrichtete und die einige Mitglieder der Bigband und den Sängerinnen Mia und Laura unter Leitung von Rigo Mink sehr gut musikalisch umrahmten. elk

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