„Segelts da nicht weiter, da is a Leiche“

von Redaktion

Großeinsatz auf dem Chiemsee – Fischer findet Toten im Boot

Chiemsee – Als Erstes wurde eine Seglerin auf das Drama aufmerksam gemacht, das sich offenbar am Dienstag vor einer Woche an der Herreninsel abgespielt haben muss. „Segelts da nicht weiter, da is a Leiche“, sagte ein Fischer zu der Crew. Kurze Zeit später kreiste ein Hubschrauber über der Region. Die Wasserwachten Prien-Rimsting und Bernau waren im Einsatz. Natürlich wurde das Geschehen zwischen Bernau, Prien und Gstadt beobachtet. Es wurde geredet und Gerüchte kamen auf. Die Chiemgau-Zeitung hat deshalb bei den Betroffenen nachgefragt und nun eine Auskunft erhalten.

„Das ist ein
heikles Thema“

„Es gab tatsächlich einen Einsatz – ein heikles Thema. Wir hatten eine Leiche, der Rest ist Polizeisache“, hieß es bei der Wasserwacht Prien-Rimsting. Die nächste Anfrage landete folglich bei der Polizeiinspektion in Prien. Dort wurde das Auffinden einer verstorbenen Person von Dienststellenleiter Jürgen Thalmeier ebenfalls bestätigt. Ausführliche Auskünfte über den mysteriösen Fall gab es aber auch hier nicht.

„Wenn die Todesursache nicht klar ist, übernimmt die Kriminalpolizei die Ermittlungen“, sagte Thalmeier der Chiemgau-Zeitung. Der Klassiker für den Kripo-Einsatz seien Tötungsdelikte, die Spezialisten kämen aber auch zum Einsatz, „wenn die Todesursache auf den ersten Blick nicht klar erkennbar ist“. Für Anfragen zu Kripo-Einsätzen ist das übergeordnete Polizeipräsidium Oberbayern-Süd zuständig. Dies brachte dann tatsächlich Licht ins Dunkel.

„Am Dienstag, 22. Juli, gegen 19.30 Uhr wurde der Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein über die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd darüber in Kenntnis gesetzt, dass im südwestlichen Schilfgürtel der Herreninsel in einem Boot auf dem Chiemsee eine verstorbene Person aufgefunden worden wäre“, hieß es auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung: „Die Mitteilung war durch einen auf dem Chiemsee tätigen Berufsfischer gekommen, der bei dem Auslegen von Netzen in diesem Bereich unterwegs gewesen war.“

Der Fischer warnte dann vorüberfahrende Segler, um ihnen den traurigen Anblick zu ersparen. Wenig später war eine Vielzahl mit Booten herbeigeeilter Einsatzkräfte vor Ort im Chiemsee, aus der Luft unterstützt. „Eingesetzt waren neben einem Hubschrauber der Notarzt, Boote der Wasserwacht Prien, Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Prien sowie der Polizeiinspektion Prien“, erklärte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Auch die Wasserwacht-Kollegen aus Bernau leisteten kurzzeitig Amtshilfe bei dem Einsatz, wie ein Kollege bestätigte.

Was genau war aber vorgefallen und wer war die tote Person? „Bei dem Betroffenen handelt es sich um einen 69-jährigen Mann aus dem Landkreis Rosenheim. Dieser war am Morgen des selbigen Tages aufgebrochen, um fischen zu gehen“, erklärte der Polizeisprecher. Aufgrund der durch den anwesenden Notarzt bescheinigten „ungeklärten Todesursache“ liege die Ermittlungszuständigkeit bei der Kripo.

„Ungeklärte
Todesursache“

„Bei den Untersuchungen/Ermittlungen ergaben sich jedoch, nach derzeitigem Ermittlungsstand, keine Hinweise auf eine Straftat, Fremdverschulden oder -einwirken“, hieß es aus dem Polizeipräsidium weiter: „Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen; als Todesursache ist mit derzeitigem Stand aber eine innere medizinische Ursache anzunehmen.“

Nach einem Badetoten jüngst in Seeon-Seebruck ist dies ein weiteres Drama, das sich auf dem Chiemsee abgespielt hat.

Artikel 6 von 11