Musiklehrer kosten allein 1,4 Millionen Euro

von Redaktion

Im Marquartsteiner Gemeinderat informierte Musikschulleiter Otto Dufter über Struktur, Kosten und Angebote der Musikschule Grassau und ihrer Zweigstelle vor Ort. Dabei standen die musikalische Bildung von Kindern und Jugendlichen, aber auch mögliche Einsparpotenziale im Mittelpunkt.

Marquartstein – Auf der jüngsten Gemeinderatssitzung in Marquartstein begrüßte Bürgermeister Andreas Scheck (BfM) den Leiter der Musikschule Grassau, Otto Dufter, der über die Musikschule und deren Zweigstelle in Marquartstein berichtete und für Fragen zur Verfügung stand.

Andreas Scheck betonte, wie wichtig er die musikalische Ausbildung für Kinder und Jugendliche findet. Das sei eine gute Investition und die positiven Ergebnisse der Arbeit der Lehrer sei für die Marquartsteiner bei den musikalischen Veranstaltungen zu hören.

1100 Schüler
an sieben Orten

Otto Dufter referierte zunächst über den Rahmen der Musikschule, eine Bildungseinrichtung mit ungefähr 1100 Schülern an sieben Orten mit den Zweigstellen in Bernau, Marquartstein, Reit im Winkl, Schleching, Staudach-Egerndach und Unterwössen. Das Kollegium bestehe aus 40 studierten Pädagogen, die oft aus den eigenen Reihen stammen, da sie nach dem Studium als Lehrer an die Musikschule Grassau zurückkehren. Immerhin seien auch schon fünf Dirigenten der Musikkapelle aus der Musikschule hervorgegangen.

Geboten werden freiwillige Leistungsprüfungen, die einmal als Qualitätsmerkmal dienen, aber auch als ein Ansporn für die Schüler.

Der Musikschulleiter sprach auch über das Thema der Finanzierung. Beteiligt dabei sind die sieben Trägergemeinden, der Freistaat Bayern, der Landkreis Traunstein und die Eltern. Hier werde versucht, den Beitrag für die Familien bezahlbar zu halten, aber schon die ausgebildeten Musiklehrer kosteten 1,4 Millionen Euro im Jahr.

Bei der Finanzierung zahlt jede Filiale die gleichen Gebühren, abhängig von der Zahl der Unterrichtsstunden. In Marquartstein sind 100 Schüler mit 44 Wochenstunden registriert, hier arbeiten 24 Lehrer. Otto Dufter zeigte Tabellen, wie sich die Stunden auf die einzelnen Instrumente verteilen.

Claudia Kraus (Grüne/Offene Liste) fand es wichtig, dass die Kinder schon in der Grundschule musikalisch betreut werden und es den Eltern auch finanziell möglich sein muss, sich den Musikunterricht zu leisten. Otto Dufter meinte, der Unterricht koste die Eltern rund 400 Euro im Jahr. Zudem gebe es auch die Möglichkeit der Beihilfe, die aber nach seinen Erfahrungen nur selten in Anspruch genommen wird.

Andreas Scheck äußerte, dass die Eltern vielleicht die laufende Belastung auf längere Zeit fürchten, wenn die Kinder ein Instrument weiter lernen wollen. Otto Dufter gab jedoch den Eindruck wieder, dass Eltern froh sind, wenn die Kinder in den Unterricht kommen – besonders in Zeiten, in denen Jugendliche zu viel Zeit an Handy und im Internet verbringen.

Hubert Götschl (BfM) wollte wissen, ob die Musiklehrer aus der Region kommen. Laut Dufter kommen die meisten aus dem Landkreis, aber auch aus Salzburg und Rosenheim.

Der Erfolg
kostet Geld

Bürgermeister Andreas Scheck berichtete auch, dass die Bürgermeister der Standorte der Zweigstellen in regelmäßigen Treffen überlegen, wie Kosten eingespart werden können. Der Schwerpunkt liege bei der Blasmusik, bei anderen Instrumenten, wie zum Beispiel beim Klavier, müsse man vielleicht nicht den allerletzten Bedarf abdecken. Dazu sagte Otto Dufter, dass versucht werde, die drei Bereiche Schlagzeug, Streicher und Blasinstrumente zu priorisieren. Die Musikschule wolle aber auch keine Reglementierung vornehmen.

Der Bürgermeister warf ein, dass sich die Summe der Kosten aus der Anzahl der Stunden generiert: Je mehr Schüler Unterricht nachfragen, desto besser, aber der Erfolg koste eben auch Geld.

Klaus Hell (BfM) fragte Dufter, ob alle Lehrer angestellt seien. Dem Leiter der Musikschule zufolge arbeiten die meisten in Teilzeit circa 20 Stunden, Vollzeit wären 33 Wochenstunden.

In der Musikschule
fürs Leben lernen

Roland Polleichtner (BfM) fand, dass Geld nicht besser eingesetzt werden könne als für die Kinder der Musikschule. Alle seien mit dem Herzen dabei. Die Kinder würden in der Musikschule nicht nur ein Instrument lernen, sondern auch fürs Leben, bilanzierte Bürgermeister Andreas Scheck. Auf die Frage von Hubert Götschl (BfM), ob die Lehrer noch andere Jobs haben, gab es die Auskunft, dass manche noch im Konzertbetrieb oder einer Band spielen. Aktuell werden 500 Wochenstunden für 1100 Schüler geleistet. Wenn es mehr Schüler werden, so Dufter, günstiger und umgekehrt bei weniger Schülern teurer.

Katja Kink fragte, was passiere, wenn eine Gemeinde austrete. Dann müssten die Fixkosten auf sechs Filialen statt auf sieben aufgeteilt werden, so die Antwort. Christian Dögerl (CSU) betonte abschließend, wenn drei Generationen miteinander Musik machten und in Marquartstein 100 Schüler ein Instrument lernten, dann sei das eine gute Konstellation.

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