Marzipan – man liebt es oder man hasst es. Letzteres im Mittelalter unvorstellbar. Das süße Konfekt war einst wegen seiner edlen Zutaten Königen und dem hohen Adel vorbehalten. Es war Aufgabe der Apotheker diese Süßigkeit herzustellen. Der aus Zucker und Rosenwasser gemischte Süßteig wurde einst auch als Potenzmittel verkauft.
„Heute gehört Marzipan einfach auf jeden Adventsteller“, sagen die beiden Hauswirtschaftsschülerinnen Katrin Häuserer aus Hohenfurch (Berufsfachschule Schongau) und Theresa Götz aus Birkland (Berufsfachschule Marktoberdorf). Die beiden 18-Jährigen haben gerade bei ihrer Praktikumsstelle bei der „Hauswirtschafterei“ in Peiting (Landkreis Weilheim-Schongau) gelernt, wie man das süße Konfekt herstellt.
„Geht gar nicht schwer“, sagt Katrin Häuserer und Theresa Götz bestätigt: „Stimmt, ruckzuck fertig.“ Noch einen Vorteil hat das selbst hergestellte Marzipan: „Es schmeckt viel besser als das gekaufte.“ Wer doch zum gekauften greift, sollte beachten, dass die Marzipanqualität umso höher ist, je niedriger der Zuckergehalt ist.
Bei Theresa zuhause, gibt der Opa vor, was zu Weihnachten gebacken wird. Vor ein paar Jahren hat er das Kommando übernommen und seitdem liegen jedes Jahr rund 15 Plätzchensorten auf dem Plätzchenteller. „Meist geht es mit den Spitzbuben los“, erzählt Theresa.
Ihre Mitschülerin Katrin wollte ursprünglich Augenoptikerin werden. Doch nach einem Jahr erkannte sie, dass das doch nicht das Richtige für sie ist. Seitdem lernt sie Hauswirtschaft – „denn Kochen und Backen kann man ein Leben lang brauchen“. Der Traum der 18-Jährigen: „Ein eigenes Hofcafé in der elterlichen Landwirtschaft.“ Bis es so weit ist, erfreut die „leidenschaftliche Hobbybäckerin“ Familie und Freunde mit eigenen Torten.
Weihnachten wird in Katrins Familie ganz traditionell gefeiert. Mit Würstel und Kartoffelsalat. „Letzterer ist ein ganz besonderer, die Oma macht ihn nur zu Weihnachten“, schwärmt die junge Frau. Selbst 2020, als die Großeltern wegen Corona nicht kamen, musste die Familie nicht darauf verzichten: „Mein Papa hat ihn letztes Jahr bei der Oma abgeholt.“
Backen ist zur Weihnachtszeit ein großes Thema – klar. „Auf die richtigen Zutaten kommt es an“, erklärt Silvia Schlögel den beiden Hauswirtschaftsschülerinnen. Kuvertüre ist beispielsweise hochwertiger als kakaohaltige Fettglasur, die auch Schokoladenglasur genannt wird. Denn: „Wie Schokolade besteht Kuvertüre im Wesentlichen aus Kakaomasse, Kakaobutter und Zucker.“ Der Fettgehalt ist höher. So muss Kuvertüre laut Kakaoverordnung mindestens 31 Prozent Kakaobutter enthalten, Schokolade im Vergleich dazu 18 Prozent. Durch den höheren Fettanteil ist Kuvertüre nach dem Schmelzen flüssiger und lässt sich gleichmäßiger verarbeiten. Sie eignet sich besonders zum Überziehen von Torten, Gebäck und Pralinen. Silvia Schlögels Tipp: „Allerdings muss man dabei genau auf die richtige Temperatur achten. Wird sie zu warm oder zu schnell verarbeitet, erscheint der fertige Guss grau.“
Die kakaohaltige Fettglasur enthält meist billigere Fette wie Kokos- oder Palmfett. Dadurch ist sie preisgünstiger und lässt sich aber auch leichter verarbeiten, da hier die richtige Temperaturführung nicht so entscheidend ist wie bei der Kuvertüre. „Wahnsinn, was es da für Unterschiede gibt“, sagen die beiden Mädels.