Traunstein – In der Welt von Manuel Maier geben oft pflegerische Abläufe den Takt vor, doch wer genauer hinhört, erkennt einen ganz anderen Rhythmus. Der junge Mann, der in einer spezialisierten Wohngemeinschaft in Traunstein lebt, ist leidenschaftlicher Deutschrapper. Seit mittlerweile 15 Jahren widmet er sich der Musik. Was im Alter von elf Jahren als begeistertes Hören von Genre-Größen wie Capital Bra oder Samra begann, führte mit 18 Jahren zu den ersten eigenen Versuchen am Mikrofon.
Manuel lebt seit seiner Geburt mit der seltenen Erbkrankheit Morbus Pompe. Die Diagnose schränkt ihn körperlich massiv ein: Er kann weder seine Arme noch seine Füße bewegen. Doch wo der Körper an Grenzen stößt, schafft die Musik für ihn einen Raum der Freiheit. „Ich kann mit Musik, wenn ich Musik mache, ein bisschen abschalten“, erklärt Manuel. Für ihn ist die Arbeit an seinen Tracks keine zusätzliche Belastung, sondern „einfach nur Energiegewinn“.
In seinem Zimmer hat er sich ein zweckmäßiges Set-up geschaffen. Ausgestattet mit Boxen, Computer und Mikrofon entstehen hier Texte, die direkt aus seinem Erleben entspringen. Dabei nutzt er auch moderne Hilfsmittel: Während er seine Reime früher komplett selbst entwickelte, lässt er sich heute bei der Verfeinerung seiner Zeilen von ChatGPT unterstützen.
Die Themen bleiben dabei tief verwurzelt in seiner Realität: Es geht um Liebe, Freundschaft und ganz persönliche Lebenserinnerungen. Besonders am Herzen liegt ihm dabei sein Song „Borderline Liebe“, in dem er „über die Achterbahn seiner Gefühle“ rappt.
Manuel Maier ist kein reiner „Schlafzimmer-Musiker“. Hinter ihm steht ein kleines, engagiertes Team, allen voran seine Managerin Doris Wagenberger aus Inzell.
Sie unterstützt ihn und kümmert sich um die Organisation seiner Projekte und Auftritte. Manuel präsentierte seine Musik bereits mehrfach auf Bühnen in der Region und war schon im renommierten Münchener Kulturzentrum „Backstage“ zu Gast. „Erfolg würde ich auf jeden Fall gerne haben“, sagt Manuel Maier im Gespräch.
Mit derzeit 179 Abonnenten auf seinem Youtube-Kanal hat er bereits eine kleine Fangemeinde gefunden, die seine Veröffentlichungen verfolgt. Sein Ziel ist es, Menschen mit seiner Musik schlichtweg mitzureißen. In einem Alltag, der stark von medizinischen Abläufen und Notwendigkeiten bestimmt wird, schafft er sich über seine Beats einen eigenen, privaten Raum als Künstler. Das neue Album ist für ihn damit weit mehr als nur ein Hobby – es ist sein ganz persönliches Lebenszeichen.
Katrin Langenwalter