Zur laufenden Berichterstattung über Überfälle auf Politiker und Wahlkampfhelfer (Politikteil):
Warum nur wird in fast allen Stellungnahmen und Berichten zu den Attacken auf Politiker und ihre Helfer vor „Weimarer Zuständen“ gewarnt? Wäre der Verweis auf die soziopolitischen und ökonomischen Gegebenheiten im Vorfeld der Französischen Revolution nicht viel treffender? Es ist doch offensichtlich, dass sich die Arbeits- und Lebensverhältnisse von Millionen Menschen seit Jahrzehnten kontinuierlich verschlechtern, während ein paar Tausend Millionäre und Milliardäre immer reicher, frecher und gieriger werden und auf das Gemeinwohl pfeifen.
Natürlich bleibt ein „Aufstand der Massen“, die sich bereitwillig mit Sport, Glotze, Alkohol und Konsum betäuben, Illusion, und natürlich sind die geistig Zurückgebliebenen, die Plakatierern und Politikern an die Wäsche gehen, nicht die Vorboten einer großen Umwälzung.
Tatsache aber ist: Es brodelt gewaltig, nicht nur an irgendwelchen gesellschaftlichen Rändern, sondern gerade in der viel beschworenen „Mitte“ der Gesellschaft: Unbezahlbare Wohnungen, Lebensmittel als Luxusgüter, eine unerträgliche Steuer- und Abgabenlast, Alters- und Kinderarmut, Bullshit-Jobs und Mini-Renten, eine Klimakrise zulasten und auf Kosten der Normalverdiener, und eben nicht zuletzt ein politisches Personal, das seit Jahrzehnten in einer desaströsen Abfolge beliebiger Koalitionen Politik für die „Oberen 10000“ (sind es überhaupt noch so viele?) macht – das alles und viel mehr ist nicht mehr zu ertragen und nicht mehr zu akzeptieren.
Die „schweigende Mehrheit“ muss endlich laut werden, der Staat sind wir! Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien müssen aus den Fängen einer kapitalistischen Aristokratie befreit werden.
Michael Luck
Rosenheim
Inwieweit tragen die Medien eine Mitschuld an der Verrohung unserer Gesellschaft? Es gibt kaum einen Tag, an dem in den Öffentlich-Rechtlichen keine Kriminalfilme oder andere Gewaltbeiträge angeboten werden. Wenn Jugendliche ständig dieses Angebot von Gewalt und Verbrechen als normal konsumieren, brauchen wir uns doch nicht zu wundern, wenn sie darauf eine verharmlosende Sichtweise entwickeln.
Das beginnt bereits bei Kleinkindern mit Comics, in denen durch Abstürze und Schlägereien die Figuren unbeschadet wieder aufstehen und lachen. Das hat doch sicher auch Auswirkungen auf deren Entwicklung zu ethischem Umgang miteinander. Warum gibt es keine Studien über die Auswirkungen dieser Art von Medienkonsum?
Hans Fritz
Bad Endorf