Verbraucherschützer warnen vor falschen Profilen auf Dating-Seiten im Internet. Nutzern raten sie dazu, einen Blick in die Allgemeingen Geschäftsbedingungen (AGB) der Portale zu werfen. Das Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Bayern hat eigenen Angaben zufolge 187 Online-Dating-Portale identifiziert, die laut ihren AGB auch Fake-Profile einsetzen.
Damit ist die Zahl der Seiten mit falschen Profilen deutlich größer als bisher angenommen. Ende Oktober 2017 war die Verbraucherzentrale Bayern noch von 150 Anbietern ausgegangen, die mit moderierten Diensten arbeiten.
Für Internet-Nutzer sind Fake-Profile ärgerlich: „Verbraucher flirten dabei nicht mit anderen Privatpersonen, sondern mit Mitarbeitern des Dating-Portals – meist ohne dies zu wissen“, kritisieren die Verbraucherschützer. Chancen zum Kennenlernen eines potenziellen Partners gebe es bei Fake-Profilen nicht, obwohl auf den Seiten mit echten Kontakten geworben werde.
Der Einsatz von Fake-Profilen wird den Verbraucherschützern zufolge meist nicht besonders deutlich gekennzeichnet. „Trotz des Einsatzes dieser Profile vermitteln 171 der 187 Portale den Eindruck, Kontakte mit echten Personen herstellen zu können.“ Nur 16 Portale vermittelten nicht den Eindruck, auf ihren Seiten reale Personen kontaktieren zu können.
Bei 41 der 187 gesichteten Online-Dating-Portale befindet sich in den AGB, auf der Startseite oder an beiden Stellen ein Hinweis, dass fiktive Profile im Chat gekennzeichnet werden. „Dieser Hinweis ist allerdings nicht an prominenter Stelle platziert, sodass Verbraucher ihn nur schwer finden.“
Beim Online-Dating handele es sich um einen Markt, der sich schnell verändere. Das betreffe die Verfügbarkeit der Webseiten ebenso wie die Anbieter selbst und die AGB. Zum Beispiel habe die Seite terumi.de im Dezember 2017 noch aufgerufen werden können, im Januar 2018 nicht mehr.
Verbraucher finden auf verbraucherzentrale.de eine Liste mit Dating-Portalen, die Fake-Profile verwenden. mm