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Dax nähert sich neuem Rekord

von Redaktion

Mit der aktuellen Lage an der Börse hat es wenig zu tun. Aber das Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts (DAI) ist ein wichtiger Indikator für die Börse. „Es zeigt, dass sich mit Aktien langfristig sehr gute Renditen erzielen lassen, ohne dass Anleger dazu übermäßige Risiken eingehen müssen“, sagt DAI-Chefin Christine Bortenlänger. Im Schnitt bringt eine Aktienanlage über 20 Jahre eine Rendite von jährlich neun Prozent, rechnet das aktuelle Dreieck vor. Bei einer solchen Entwicklung verdoppelt sich das eingesetzte Vermögen etwa alle acht Jahre, sagt Bortenlänger. Selbst im schlechtesten 20-Jahres-Zeitraum bringe die Aktienanlage im Schnitt pro Jahr fast sechs Prozent.

Es kommt also nicht auf die Jahres-Entwicklung an, sagt Bortenländer. Und schon gar nicht auf einen Börsentag. Trotzdem ist es natürlich immer gut, wenn es an der Börse stimmt. Das gilt derzeit für den Deutschen Aktienindex Dax, der zum Wochenschluss wieder die Marke von 13 400 Zähler übersprungen hat und sich einem neuen Rekord nähert. Seit Jahresanfang hat das Börsenbarometer fast vier Prozent zugelegt. Die Nebenwerte-Indizes MDax und S-Dax für mittelgroße und kleinere Unternehmen verbuchen sogar neue Höchststände.

Trotzdem steckt der Markt derzeit in einer Phase der Orientierung, sagt Claudia Windt von der Landesbank Hessen-Thüringen. Sie sieht den Schwung an den Aktienmärkten derzeit etwas schwinden. Tatsächlich sind einige Börsianer in Warteposition. Grund: Die Berichtssaison steht an, auch wenn die meisten Firmen gute Zahlen vorlegen dürften. Daneben richtet sich der Blick wieder auf den Rat der Europäischen Zentralbank (EZB). Er trifft sich am Donnerstag zum ersten Mal in diesem Jahr. Gibt es Signale für ein Ende der noch bis September terminierten Anleihekäufe? Nach Ansicht von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann ist die Zeit dafür reif.

Solche Signale könnten bremsen ebenso wie ein anhaltend starker Euro. Er verteuert die Produkte europäischer Firmen im Dollarraum und könnte bereits im letzten Quartal 2017 auf die Gewinne gedrückt haben, mutmaßt Markus Wallner von der Commerzbank. Ähnlich bewertet Alexander Lukas von der Berliner Weberbank die Lage. Aber mehr Bremsspuren sieht kaum jemand. „Es ist zurzeit noch nicht zu erkennen, was eine massive Abwärtsbewegung auslösen könnte“, sagt Gerhard Schaan von der gleichnamigen Vermögensverwaltung. Anhaltend niedrige Zinsen stützten den Aktienmarkt.

Dazu gesellt sich die weltweit gute Konjunktur. „Zweifel an Aktien, die zu nachhaltigen Gewinnmitnahmen animieren oder sogar einen Crash nahelegen, sind nicht gerechtfertigt. Weder wird der Euro zu einer Starkwährung noch werden wirklich höhere Anleiherenditen Aktien ernsthaft Konkurrenz machen“, sagt auch Robert Halver von der Baader Bank.

rolf obertreis

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