glasreiniger im test

Die Spezialisten für Durchblick

von Redaktion

Kaum etwas ärgert beim Putzen von Spiegeln oder Fenstern mehr: Man ringt sich zum Frühjahrsputz durch, reinigt stundenlang alle Glasflächen – und dann scheint die Sonne ins Zimmer. An den Scheiben zeigen sich Streifen und Tropfen. Das muss tatsächlich nicht sein: In einer Untersuchung der Stiftung Warentest für die Zeitschrift „Test“ (April) haben immerhin vier Glasreiniger gut und auch schlierenfrei gereinigt.

Egal ob billig oder teuer – im Prüflabor mussten alle Glasreiniger die gleichen Prüfungen bestehen. Die Tester wollten wissen: Wie gut lösen sie häufige Verschmutzungen wie Gemische aus Fett und Nikotin? Wie steht es mit der Entfernung von Fett und Staub, Make-up, Haarlack und Kalkbelägen? Besonders beim Entfernen eines Fett-Nikotin-Gemischs mussten die Glasreiniger zeigen, was in ihnen steckt. Nikotin ist besonders hartnäckiger Schmutz. Rund 16 Millionen Deutsche rauchen, viele von ihnen auch in ihren Wohnräumen.

Testsieger kommt von Frosch

Um den Testsieg konkurrierten Glasreinigungsmarken wie Ajax und Frosch, Sidolin und Viss sowie Handelsmarken wie denkmit von dm und W5 von Lidl. Der Frosch-Glasreiniger schaffte im Test das Qualitätsurteil sehr gut. Hier zahlt man 34 Cent pro 100 Milliliter. Kaum schlechter sind Glas-Total von Mr. Muscle für 39 Cent und der preiswerte Blink-Glasreiniger der Drogeriemarktkette Müller für nur 10 Cent pro 100 Milliliter. Genauso günstig, aber nur befriedigend reinigen die insgesamt guten Produkte von Aldi (Nord), Lidl, Norma und Penny.

Insgesamt schneiden neun Reiniger gut ab, acht befriedigend, einer ausreichend (denkmit von dm). Bei den Handelsmarken aus Drogeriemärkten und Discountern fand die Stiftung Warentest ebenso Licht und Schatten wie bei Markenprodukten. „Eine Faustregel für den Glasreinigerkauf gibt es leider nicht“, so das Fazit der Tester.

Versprochene Zusatzeigenschaften

Elf der 19 Glasreiniger verheißen auf der Verpackung Zusatzeigenschaften. Die sogenannte Wiederanschmutzung oder die Menge an Wasserflecken soll verringert werden. Oder eine Anti-Beschlag-Wirkung wird versprochen. Wenn ein Anbieter mehr verspricht, sollte er es auch halten, findet Stiftung Warentest. Geprüft haben die Tester die Zusatzeigenschaften daher bei allen Glasreinigern. Ins Qualitätsurteil einbezogen haben sie die Ergebnisse bei jenen, die damit werben. Negativ aufgefallen ist dabei ausgerechnet dm denkmit Glasreiniger aus dem Drogeriemarkt, der eigentlich gut und streifenfrei säubert. Positive Überraschung: In den geprüften Zusatzeigenschaften brillierten auch Reiniger, die das auf ihren Verpackungen gar nicht ankündigen.

Keine beschlagenen Spiegel mehr

Ausgeprägt war die Bescheidenheit gleich mehrerer Hersteller beim Anti-Beschlag-Effekt. Ihn verspricht nur ein Produkt, aber acht weitere Reiniger verhinderten im Prüflabor eindrucksvoll trübe Schichten aus kondensiertem Wasser auf Spiegeln. Dieser Schutz ist besonders praktisch, wenn sich Frau oder Mann gleich nach dem Duschen schminken oder rasieren möchte.

Verantwortlich für den Anti-Beschlag-Effekt sind Zusatzstoffe, die verhindern, dass sich Wasser in Form von Tröpfchen sammelt. Stattdessen verteilt es sich als gleichmäßiger Flüssigkeitsfilm, der den Durchblick nicht trübt. Wenn Glasreiniger selbst keine Streifen hinterlassen, liegt das an sogenannten Anti-Streifen-Alkoholen. Sie sorgen für rückstandsfreies Trocknen. Außerdem helfen sie, fettigen Schmutz zu lösen. Den größten Anteil am Schmutzlösen haben aber die Tenside in den Glasreinigern.

Alle Produkte bestehen überwiegend aus Wasser. Ein ebenfalls getestetes Hausmittel aus Wasser, Brennspiritus und Handgeschirrspülmittel ist übrigens kein Geheimtipp. 13 der 19 Fertigprodukte reinigten Scheiben und Spiegel besser als die Eigenmischung.

Tipp der Tester:

Zum Aufbringen des Glasreinigers auf kleine Flächen wie Spiegel sollte man ein Mikrofasertuch nutzen. Will man größere Flächen wie die Fensterfront eines Wintergartens reinigen, lohnt sich ein Profi-Reinigungsset. Neben einem Mikrofasertuch zum Reinigen des Fensterrahmens zählt dazu ein Einwascher. Mit einem solchen Wischer mit Textilüberzug verteilt man Reinigungsmittel auf der Scheibe. Herunter bekommt man es am besten mit einem Fensterwischer mit Gummi. Ein Fensterleder hilft, Flüssigkeit von den Rändern zu entfernen.

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