Wer nicht mehr selbst saugen will, schickt den Saugroboter auf den Weg: Der beseitigt den Schmutz auf dem Fußboden eigenständig. Besonders gut erledigen diese Helfer ihre Arbeit allerdings nicht, berichtet die Stiftung Warentest („test“-Ausgabe 3/2019). Trotz stolzer Preise von etwa 400 bis 950 Euro schnitten fünf der acht getesteten Saugroboter nur mit „befriedigend“ ab, einer sogar mit „ausreichend“.
Die Testsieger
Testsieger mit der Note „gut“ sind der Vorwerk Kobold VR300 (stolze 950 Euro) und der AEG RX9-1-IBM (650 Euro). Die beiden besten Saughelfer überzeugten vor allem bei Schmutz auf Hartboden, aus dem Teppichboden holten sie dagegen nur etwas mehr als die Hälfte des Teststaubs. Mit einem guten Bodenstaubsauger können sie daher nicht konkurrieren. Die Navigation bewerteten die Prüfer bei sieben der acht Roboter mit „gut“. Getestet wurden außerdem Handhabung und Umwelteigenschaften, hier waren die Ergebnisse allerdings fast durchweg nur „befriedigend“.
Die Apps
Alle getesteten Geräte bieten Apps, mit denen man beispielsweise einen Zeitplan programmieren kann, um den Roboter zu starten, wenn man selbst nicht zu Hause ist. Das ist ohnehin empfehlenswert, da das Dauergebrumme schnell lästig werden kann. Per App lassen sich auch Mitteilungen über den aktuellen Stand der Aktivitäten abrufen oder man kann sich Statistiken zu den gereinigten Bereichen ansehen. Wer gerne wissen will, wie es ganz hinten unter dem Sofa aussieht, kann sich von dem Miele-Sauger Videos anfertigen und verschlüsselt aufs Handy schicken lassen.
Die Datenfrage
Weil Saugroboter für ihre Navigation jede Menge Daten benötigen, ist deren Sicherheit auch ein Thema für die Tester. Viele Saugroboter aus dem Premium-Segment erstellen zur Navigation Karten der Wohnräume samt Hindernissen – und teils sogar mit Fenstern und Türen. Die Lagedaten stammen von den Ultraschall-, Infrarot- und Lasersensoren sowie Kameras in den Robotern. Gerade bei den Premium-Modellen unter den Staubsauger-Robotern sollten Interessenten vor einem Kauf die Datenschutzerklärungen zu den Produkten samt Steuerungs-App studieren. Dazu riet unlängst das AV-Test-Institut, ein Forschungsinstitut für die IT-Sicherheit. Die Daten und Karten kann der Robo-Besitzer in der Einrichtungs- und Steuerungs-App einsehen. Sie wandern vom Smartphone übers Internet aber auch auf die Server der Hersteller oder an eventuell verbundene Dienste. Da es sich dabei um schutzwürdige Informationen handelt, die durch Aktivität oder Inaktivität des Gerätes zudem verraten, ob jemand gerade daheim ist oder nicht, lässt sich den AV-Testern zufolge daraus zumindest eine theoretische Gefahr des Missbrauchs ableiten.
Die Stiftung Warentest hat die Roboter hinsichtlich der zehn üblichsten Einfalltore für Hacker analysiert und kommt zu dem Ergebnis, dass alle den Sicherheitstest bestanden haben, aber viele Apps mehr an Daten verraten als unbedingt nötig. Vorbildlich in diesem Punkt schnitten Dyson und Vorwerk ab.
Die Saugleistung
Um den wichtigsten Punkt zu prüfen, nämlich die Saugleistung der kleinen Roboter, kamen die Geräte auf den Prüfstand im Labor, wo Mineralstaub auf Teppichen und auf Hartböden abgewogen und verteilt wurde. Zudem wurden Hutmuttern verstreut, was die Leistung bei größeren Objekten wie verstreuten Erdnüssen prüfen sollte. Überzeugen konnten dabei nur die beiden Testsieger von Vorwerk und AEG. Die fünf anderen Testroboter schnitten in diesem Punkt immerhin „befriedigend“ ab. Schlechter kam nur der Ecovacs Deebot weg, der fast die Hälfte der Hutmuttern liegen ließ. Saugroboter schluckten im Test nur gut die Hälfte des Staubs, während ein guter Bodensauger rund 87 Prozent entfernte. Die ausführliche Tabelle mit allen Testpunkten, von Navigation bis Umwelteigenschaften, findet sich im März-Testheft.
Der Feinstaub
Wo gesaugt wird, wird auch Staub ausgeblasen, Feinstaub, mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Schlusslicht in diesem Testpunkt war erneut Ecovacs, aber auch AEG RX9 und Vorwerk halten Feinstaub nicht überzeugend zurück. Vorbildlich in diesem Aspekt waren die Geräte von Dyson, LG und Miele, die effektiver filterten – freilich nicht so effektiv wie ein guter herkömmlicher Staubsauger, so die Tester.
Das Einsatzgebiet
Saugroboter funktionieren am besten in Räumen mit glatten Böden und überschaubarer Einrichtung ohne hohe Türschwellen. Zerbrechliches sollte vorsorglich aus dem Weg geräumt werden, beim ersten Einsatz sollte man den Roboter beobachten, um so Stärken und Schwächen zu erkennen, raten die Tester.