Fast jede dritte Schorle fällt durch

von Redaktion

Apfelsaft hat etwa genauso viel Zucker wie Cola. Deshalb greifen viele zur Apfelschorle. Doch im Test konnten viele Fertigschorlen nicht überzeugen. Besser ist es daher, sie selbst zu mischen.

Bei Durst greifen die Deutschen gern zu Apfelschorle. Vor allem für unterwegs sind fertig gemixte Schorlen praktisch. Die Stiftung Warentest hat in der April-Ausgabe ihrer Zeitschrift „test“ 24 Fertigschorlen geprüft, unter anderem Lift und Sinalco.

50 Prozent Apfelsaft

Apfelsaftschorle ist ein Mix aus Apfelsaft und Sprudelwasser. Der Gehalt an Apfelsaft beträgt mindestens 50 Prozent, im Test liegt er oft bei 60 Prozent. Manche Fertigschorlen, vor allem Bio-Apfelschorlen, enthalten Direktsaft. Die meisten werden aber aus Apfelsaftkonzentrat hergestellt. Zucker dürfen die Hersteller nicht zugeben.

Trübe Ergebnisse

Der Test bringt trübe Ergebnisse: Sieben Produkte schneiden mangelhaft ab und sieben ausreichend. Aber es gibt einen klaren Testsieger: Wiesengard von Aldi Nord, mit 39 Cent pro Liter eine der günstigsten Schorlen im Test. Mit der Note 2,3 erhielt das Getränk als einziges das Qualitätsurteil „gut“.

Viele nur befriedigend

Sieben Schorlen aus Konzentrat waren im Test nur befriedigend: Goldfit von Aldi Süd (Note 2,6), Solevita von Lidl (2,6), StarDrink von Netto (2,6), Gut & Günstig von Edeka (2,7), K-Classic von Kaufland (3,0), Gerolsteiner (3,4) und Surf von Norma (3,4).

Mangelhafte Schorlen

Fünf Schorlen aus Konzentrat sind durchgefallen, sie waren mangelhaft: Tip von Real (4,6), Lift (4,7), Apfelschorle von Penny (4,7), Ja Apfelschorle von Rewe (4,8), Apple Plus von Rhön Sprudel (5,4).

Direktsaft enttäuscht

Darüber hinaus hat die Stiftung Warentest sieben Bio-Schorlen getestet. Diese wurden nicht aus Konzentrat, sondern aus Direktsaft hergestellt. Die Ergebnisse waren trotzdem ernüchternd: Kein einziges Produkt erwies sich als gut. Immerhin befriedigend waren die Apfelschorlen von Proviant (2,7) und Voelkl (3,5). Lediglich ausreichend war Adelholzener Bio Schorle Apfel (4,0) sowie die Bio-Apfelschorlen von dm (4,0) und Fritz-spritz (4,0). Als mangelhaft erwiesen sich die Bio-Schorlen von Dennree (5,0) und Ostmost (5,0).

Verdorbene Äpfel

Der Grund für die insgesamt trüben Ergebnisse: Die Analysen der Stiftung Warentest lassen darauf schließen, dass die meisten Anbieter keine guten Saftqualitäten verarbeiten. Bei manchen Schorlen wurde etwa das eingesetzte Konzentrat nicht korrekt zu Saft zurückverdünnt – es fehlt an Apfelaroma. Bei anderen waren die Äpfel zum Teil verdorben oder wurden nicht sorgfältig verarbeitet. Mangelhaft waren deshalb Dennree und Ostmost.

Im Labor analysiert

Die Tester haben alle Schorlen im Test verkostet. Im Labor prüften sie etwa den Aromagehalt und die chemische Qualität, untersuchten auf Fremdzucker, unerwünschte Stoffe, Krankheitserreger und Verderbniskeime. Außerdem bewerteten sie die Kennzeichnung.

Aromatisch und kräftig

Zwei Bio-Apfelschorlen – die von Aldi Nord und Süd – überzeugten die Tester bei der Verkostung: Sie schmecken aromatisch, komplex, kräftig nach reifem Apfel und fruchtsäuerlich. Sie enthielten aber vergleichsweise viel Methanol. Solche Mengen bilden sich etwa, wenn Hersteller Äpfel stark mit Enzymen behandeln, um die Saftausbeute zu erhöhen. Das ist erlaubt und ein Gesundheitsrisiko ist nicht zu befürchten, die Methanol-Gehalte sprechen aber für keine gute Herstellungspraxis.

Zucker und Keime

Bei aller Kritik, es gibt auch Erfreuliches: Schadstoffe und Keime trüben den Genuss nicht. Keinem der getesteten Produkte ist Fremdzucker zugesetzt. Die Fertigschorlen bringen aber schon von Natur aus reichlich Zucker mit. Als Durstlöscher taugen sie im Alltag daher nur hin und wieder. Die Tester empfehlen daher, Fertigschorlen nur ab und zu zu trinken, und verweisen dabei auf die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Besser sei es, sie selbst zu mischen, vor allem um Zucker zu sparen. Denn in einem halben Liter Fertigschorle stecken immerhin noch bis zu neun Zuckerwürfel.

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