Rund 19 Milliarden Eier werden pro Jahr in Deutschland verbraucht. Dafür sorgten laut Statistik 45,7 Millionen Hennen. Was sie nicht schaffen, kommt hauptsächlich aus den Niederlanden zu uns. Auf dem Eier-Stempel ist das gut erkennbar. Woher die Eier in verarbeiteten Produkten stammen, bleibt allerdings im Dunklen.
Verarbeitete Eier bleiben anonym
Lebensmittelindustrie und Großverbraucher nutzen in den allermeisten Fällen das Angebot aus den Eierfabriken. Nur so lässt sich der Bedarf an Ei, Eipulver und Flüssigei für die Produktion von Teigwaren, Feinkost, Mayonnaise, Fertiggerichten, Panaden, Gebäck, Kuchen, Süßspeisen und so weiter decken. Auch bei gekochten und gefärbte Eiern aus dem Handel oder der Gastronomie schreibt der Gesetzgeber keine Kennzeichnungspflicht vor. Bei Oster- oder Brotzeiteiern wird die Herkunft verheimlicht.
Rohware muss gekennzeichnet sein
Wenigstens gelten für rohe Eier in den Ländern der Europäischen Union strengere Kennzeichnungsvorschriften. Verpflichtend ist der Hinweis auf Herkunft, Haltung und das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD).
Bei verzehrfertigen gefärbten Eiern im Karton oder in der Plastikschale müssen Mindesthaltbarkeitsdatum, Stückzahl oder Gewichtsangabe, Name und Anschrift des Anbieters angegeben sein. Außerdem sind auf der Packung auch noch die verwendeten Farbstoffe aufgelistet. Bei lose angebotener Ware auf Wochenmärkten oder im Einzelhandel reicht es, wenn auf einem Schild neben den bunten Eiern das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und der Hinweis „mit Farbstoff“ angegeben sind. Gefärbte Eier im Handel ohne Nennung des Mindesthaltbarkeitsdatums sollten kritische Kunden besser nicht kaufen.
Allergiker sollten lieber selbst färben
Zum Färben dürfen nur zugelassene Farbstoffe verwendet werden. Dennoch können Allergiker empfindlich reagieren und sollten besser auf den Genuss von vorgekochter und gefärbter Ware verzichten. Es gibt viele Möglichkeiten, Eier mit natürlichen Farben zu versehen. Wer auf artgerechte Tierhaltung wert legt, sollte ohnehin Eier lieber selbst färben.
Wie man die Herkunft erkennen kann
Bei frischen Eiern immer den Erzeugercode auf dem Ei beachten. „09“ = aus Bayern (siehe Grafik). Der gestempelte Zifferncode (zum Beispiel 0-DE-0500081) auf der Schale verrät, woher die Ware kommt. Eine „0“ an erster Stelle gibt die Herkunft aus ökologischer Erzeugung an, eine „1“ steht für Freilandhaltung, die Ziffer „2“ für Boden- und eine „3“ für Käfighaltung. An nächster Stelle offenbaren Länderkürzel das Herkunftsland – so steht „DE“ für Deutschland oder „NL“ für die Niederlande.. Um die Herkunft vom Verkauf bis zum Stall zurückverfolgen zu können, zeigt der abschließende siebenstellige Zahlencode auf deutschen Eiern das jeweilige Bundesland sowie die entsprechende Betriebs- und Stallnummer an. „09“ steht hierbei Bayern oder „03“ für Niedersachsen.
Auch unverpackte, sortierte rohe Eier – egal ob im Supermarkt, Bioladen oder auf dem Markt angeboten – müssen auf der Schale mit dem Erzeugercode gestempelt sein. Nur so ist ihre Herkunft klar erkennbar.
Aber Vorsicht: der Erzeugercode steht immer nur auf dem Ei. Er ist nicht zu verwechseln mit der Nummer der Packstelle auf der Verpackung – dieser ähnliche Code bezeichnet nur die Stelle, an der die Eier abgepackt, aber nicht, wo die Eier gelegt wurden. Es kann vorkommen, dass Eier aus den Niederlanden erst in Deutschland in den Karton wandern.
Haltbarkeit und Lagerung
Ausschlaggebend ist, ob die Schale unverletzt ist und die Eier nach dem Kochen abgeschreckt werden oder nicht. Denn durch den Guss mit kaltem Wasser kühlen die heißen Eier schnell ab. Zwischen Schale und Ei bildet sich aufgrund des Temperaturschocks eine Luftschicht. Durch den Luftsauerstoff dringen jedoch auch Mikroorganismen durch die Schale. Abgeschreckte Eier mit intakter Schale müssen auch bei kühler Lagerung innerhalb von zwei Wochen verzehrt werden. Die Haltbarkeit von nicht abgeschreckten Eiern mit unverletzter Schale beträgt hingegen mehr als vier Wochen.
Hühnereier können mit bakteriellen Krankheitserregern wie Campylobacter oder Salmonellen behaftet sein. Um zu verhindern, dass sich diese Bakterien vermehren, sind rohe Eier im Kühlschrank am besten aufgehoben.
Fertig gekaufte bunte Eier halten sich meist länger, weil sie zusätzlich mit einem Lack auf der Farbe geschützt sind. Eier mit rissiger Schale sollten rasch verbraucht werden, denn durch die Risse könnten Keime eindringen.
Eine grüne Verfärbung am Eidotter ist harmlos. Sie entsteht durch eine chemische Reaktion, die einsetzt, wenn das Ei länger als zehn Minuten gekocht wurde. Dabei reagiert das Eisen aus dem Eigelb mit dem Schwefel im Eiweiß und es entsteht Eisensulfid, das gesundheitlich unbedenklich ist.
Senfeier
für zwei Personen
Zutaten: Eine mittelgroße Kartoffel, geschält, gewürfelt, zwei bis vier Eier, 100 Milliliter Milch oder Gemüsebrühe, ein Esslöffel Senf mittelscharf, eine kleine Zwiebel gehackt, Salz, Piment, Schnittlauchröllchen
Zubereitung: Kartoffelstücke in Milch oder Brühe zusammen mit den Zwiebelwürfeln weichkochen, mixen, mit Senf und Salz und einer Spur Piment würzen. Eier wachsweich kochen, halbieren. Senfsoße auf zwei Tellern anrichten, je ein Ei hineingeben, mit Schnittlauchröllchen oder fein geschnittenem Bärlauch bestreuen und mit Salzkartoffeln servieren.