Invasion der Blattläuse kommt

von Redaktion

Warme Tage im späten Frühling sind ideal für Blattläuse: Bei warmer Witterung vermehren sich Blattläuse schnell und bevölkern die Pflanzen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie erklären, was jetzt zu tun ist.

Massenvermehrung

Zunächst noch unbemerkt schlüpfen aus den Wintereiern im Frühjahr große weibliche Blattläuse, sogenannte „Stammmütter“. Diese bringen täglich etwa fünf weibliche Jungtiere, die wiederum ohne Befruchtung und durch Lebendgeburten eine Vielzahl an weiblichen Nachkommen zur Welt bringen. Die einzelne Blattlaus lebt nur wenige Wochen.

Die Folgen

Blattläuse ernähren sich von Pflanzensaft. Sie saugen ihn mithilfe von Stechborsten vor allem aus den zuckerhaltigen Leitungsbahnen von Blättern und zarten Trieben. Sie greifen dort an, wo das Grün am jüngsten und saftigsten ist. Die Folge: Triebspitzen verkrüppeln und verfärben sich, Knospen fallen ab, die Pflanzen schränken ihr Wachstum ein. Auch eine Übertragung von Viren ist durch die Saugtätigkeit möglich.

Da die Läuse wesentlich mehr Zucker durch den Pflanzensaft aufnehmen, als sie benötigen, scheiden sie den unverdauten Zucker im klebrigen „Honigtau“ aus. Darauf können sich Rußtaupilze ansiedeln und die Assimilationsleistung der Pflanze herabsetzen. Ameisen nutzen den Honigtau als Nahrung und bauen sich Blattlauskolonien auf, die sie beschützen.

Was kann man tun?

Weiche Pflanzenzellen sind für Blattläuse besonders attraktiv. Dies ist oft nach der Überwinterung von Kübelpflanzen und Sommerpflanzen der Fall oder wenn die Pflanzen viel gedüngt wurden und dementsprechend stark wachsen. Deshalb ist auf eine optimale Nährstoff-Versorgung zu achten. Sinnvoll ist, es einen vielfältigen Garten mit einfach blühenden Pflanzen und Bienenweiden anzulegen. Dort fühlen sich auch Nützlinge wohl, die die Blattläuse in Schach halten. Sie legen ihre Eier direkt in Blattlauskolonien ab. Auch Vögel wie Meisen suchen nach Blattläusen, um die Jungen zu füttern.

Frühzeitige und regelmäßige Kontrolle besonders gefährdeter Pflanzen gibt Hinweise zum Aufkommen der Läuse. Ein sofortiges Beseitigen durch Zerdrücken der Stammmütter oder Abschneiden befallener Triebe beugt einer Massenvermehrung vor. Bei einem starken Befall hat es sich vor allem bei großen Pflanzen wie Obstbäumen bewährt, die Läusekolonien mit einem scharfen Wasserstrahl abzuspülen. Ein kräftiger Regen hat die gleiche Wirkung. Dann haben Nützlinge wieder mehr Chancen, die Blattläuse zu bekämpfen.

Und übrigens Blattlaus ist nicht gleich Blattlaus. Es gibt etwa 3000 Arten, allein in Mitteleuropa sind es 850.

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