Die Summe ist gigantisch: Deutschlands Bankkunden könnten jährlich über vier Milliarden Euro sparen, wenn sie mit ihrem Girokonto zu einer Bank oder Sparkasse wechseln würden, die keine monatliche Grundgebühr berechnet.
Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die das Verbraucherportal biallo.de im Auftrag der ING Deutschland durchgeführt hat. Auf die Bayerische Landeshauptstadt und ihre Geldinstitute und Bürger bezogen bedeutet die Kostenfalle Girokonto: jeder Münchner zahlt im Durchschnitt 38,07 Euro zu viel.
Dabei schneidet München im Vergleich der Großstädte sogar noch gut ab. In Hamburg zahlen die Bankkunden im Schnitt mit 68,02 Euro noch einmal deutlich mehr. Im Vergleich der Bundesländer liegt Bayern mit einem Jahresbetrag von 49,92 Euro pro Bankkunde zwar unter dem Bundesdurchschnitt von 51 Euro, Berliner (37,14 Euro) oder Saarländer (40,67 Euro) zahlen aber deutlich weniger. Die Biallo-Experten gehen übrigens davon aus, dass die Gesamtersparnis in Wahrheit noch weit über vier Milliarden Euro betrüge. Denn in ihrer Studie berücksichtigen sie lediglich die monatliche Grundgebühr. Hinzu kommen in vielen Fällen noch die Gebühren für die Girocard (EC-Karte) oder für Überweisungen, die die meisten Banken und Sparkassen ja noch zusätzlich verlangen.
Nachdem die Europäische Zentralbank eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik angedeutet hat, ist ein Anstieg der Gebühren in Zukunft nicht mehr ausgeschlossen.
Wer für sein Girokonto bezahlt, sollte also durchaus über einen Wechsel des Geldinstituts nachdenken. Inzwischen ist der ohne großen Aufwand möglich. Denn Banken und Sparkassen sind seit September 2016 verpflichtet, Kunden einen unbürokratischen Wechsel zu ermöglichen. Und so bieten alle einen Konto-Wechselservice an. Das heißt konkret: Das alte Geldinstitut ist verpflichtet, der neuen Bank eine Liste aller bestehenden Aufträge der vergangenen 13 Monate zukommen zu lassen. Als Kunde muss man das dann nur noch bestätigen. wdp