Jeder zweite Kinderwagen ist gut

von Redaktion

Gute Nachrichten für Eltern: Nachdem in früheren Tests von Kinderwagen oft Sicherheitsmängel und Schadstoffe entdeckt wurden, sind die aktuellen Modelle deutlich besser. Der Testsieger ist zudem vergleichsweise günstig.

Elf Kinderwagen hat die Stiftung Warentest in ihrer aktuellen Ausgabe des Magazins „test“ untersucht (Ausgabe 8/2019). Geprüft wurden Kinderwagen, auf die sich sowohl eine Liegewanne für Säuglinge und in späteren Jahren eine Sitzeinheit für Kleinkinder montieren ließ – sogenannte Kombi-Kinderwagen. Die Test-Experten untersuchten unter anderem die kindgerechte Gestaltung, die Handhabung der Modelle sowie die Sicherheit und das Vorhandensein von Schadstoffen. Fazit der Tester: „Sechs Modelle sind gut, der Sieger ist preiswert.“

Gute Kinderwagen ab 400 Euro

Als Testsieger erwies sich das Modell „Saturn R Duoset“ von Hauck – mit 400 Euro auch eines der günstigsten. Vorteil: „Die Wanne passt so lange, bis das Kind auf den Sitz umsteigen kann“, schreiben die Experten. Auch sei der Sitz auf dem Fahrgestell „flott und intuitiv“ zu montieren. Kleine Abstriche gab es dennoch: Der Korb für Einkäufe sei schlecht zugänglich und erlaube nur drei Kilo Beladung. Auch ließen sich andere untersuchte Modelle besser schieben als der Testsieger. Abzüge gab es auch, weil Hauck für das Modell keinen Regenschutz anbietet – am Ende reichte es nur für das Qualitätsurteil „gut“.

Modell von Babyone ist schadstoffbelastet

Ein Modell im Test erwies sich als mangelhaft: Im „B. O. Startklar T-Light“ für 350 Euro von Babyone wiesen die Tester Schadstoffe nach. „In den Griffen für Kind und Eltern fanden wir mehr Benzo(ghi)perylen, als das GS-Zeichen erlaubt.“ Der Schadstoff steht im Verdacht, das Erbgut zu verändern. „Eine solche Substanz hat weder im Schiebegriff der Eltern noch im Kontaktbereich der Kinder etwas zu suchen“, warnen die Experten. Immerhin: Laut Stiftung Warentest hat Baby-one das Modell inzwischen aus dem Verkauf zurückgenommen, bereits verkaufte Wagen nimmt der Anbieter demnach zurück und tauscht sie aus.

Praktische Modelle für den Kofferraum

Die Test-Experten prüften auch, wie alltagstauglich die Kinderwagen sind. Untersucht wurde, wie gut sie sich für den Kofferraum zusammenfalten lassen. Ergebnis: Leicht und kompakt sind zum Beispiel der „Ypsi Combo“ des Herstellers Peg-Pérego sowie das Testsieger-Modell von Hauck. „Richtig Kraft erfordert es dagegen, den Wagen ,Cybex Priam‘ zusammenzulegen.“ Ebenfalls unpraktisch: Den Modellen „Day3“ von Joolz und „Donkey 2“ von Bugaboo fehlt den Testern zufolge eine Transportsicherung, die verhindert, dass sie von allein wieder aufklappen.

Fünf weitere Modelle sind gut

Eltern haben beim Kinderwagenkauf dennoch eine breite Auswahl an guten Modellen: Anders als in früheren Tests sind inzwischen eine ganze Reihe von Kinderwagen empfehlenswert. Neben dem Testsieger von Hauck erwiesen sich fünf weitere Kinderwagen als „gut“:

. „Salsa 4“ von ABC Design (700 Euro). Vorteil: Das Modell lässt sich schnell und intuitiv montieren, auf- und zuklappen sowie verstellen, loben die „test“-Experten. Kleiner Nachteil: „Nicht so gut zu tragen und zu transportieren – bis zu 13 Kilo schwer und weniger kompakt als andere.“

. „Fox“ von Bugaboo (1150 Euro). Vorteil: „Das teuerste Gute bietet das beste Sonnenverdeck und Eltern die größte Schrittfreiheit.“ Nachteil: Wird Kindern die Wanne zu klein, passt der Sitz oft noch nicht, bemängeln die Tester. Auch sei das Zusammenklappen des Kinderwagens deutlich einfacher als das Aufrichten.

. „Day 3“ von Joolz (900 Euro). „Die Wanne des Dax 3 bietet auch großen Babys Platz, der Sitz den Kindern sehr gute Sichtverhältnisse“, betont die Stiftung Warentest. Auch verbessere das Modell als einziges im Test den Sitzkomfort durch eine verstellbare Fußstütze. Nachteil: Kinder seien nicht ausreichend abgestützt, bei aufmontiertem Sitz hängt der Kinderrücken offenbar durch.

. „Geo2“ von Joolz (1000 Euro). Vorteil: Der herausnehmbare Korb lässt sich optimal beladen. Nachteil: „Die Wanne ist so kurz, dass große Babys nur bis sechs Monate darin liegen können“, heißt es. Ebenfalls problematisch: Ist der Sitz auf das Gestell montiert, stützt er den Rücken offenbar nicht gut.

. „Moov“ von Kinderkraft (260 Euro). Vorteil: „Die Wanne des Moov bietet auch großen Babys viel Bewegungsspielraum“, so das Testergebnis. Und als einziger Kinderwagen im Test lässt sich die Wanne zum Sitz umbauen. Nachteil: Die Handhabung ist Mittelmaß, bemängeln die Experten, hier müssten Eltern Abstriche hinnehmen.

Eingeschränkter Sitzkomfort

Trotz der im Großen und Ganzen guten Ergebnisse – ein Problem ist bei allen Kinderwagen zu finden: „Der Komfort für ältere Kinder ist insgesamt nur mäßig, da sich kein Sitz in eine ebene Liegefläche verwandeln lässt.“ Dabei sollten den Angaben zufolge auch größere Kinder im Liegen ruhen können. Auch fehlt – abgesehen vom „Day 3“ von Joolz – allen Modellen eine mitwachsende Fußstütze, die beim Sitzen Druck aus den Kniekehlen nimmt, kritisieren die „test“-Experten. sh

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