Jahrhundertelang bestand Pasta ausschließlich aus Hartweizenmehl. Doch mittlerweile gibt es in Supermärkten, Bio-Läden und Drogerien immer mehr Nudeln, die aus dem Mehl von Hülsenfrüchten hergestellt sind. Grüne Erbsen-Spirelli, rote Linsen-Rigatoni und gelbe Kichererbsen-Bandnudeln liegen voll im Trend.
Waren sie früher ein Nischenprodukt für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit, werden sie heute auch von vielen anderen geschätzt und trotz des deutlich höheren Preises in immer größerem Umfang gekauft. Dazu zählen Low-Carb-Anhänger, die Kohlenhydrate einsparen möchten, ohne auf den Genuss von Pasta verzichten zu müssen. Veganer schätzen sie als wichtige pflanzliche Proteinquelle und Sportler versprechen sich eine Extraportion Eiweiß im Speiseplan. Mit einem Eiweißgehalt von 20 Gramm und mehr pro 100 Gramm Nudeln sind sie in der Tat um ein Vielfaches proteinreicher als die klassische Variante aus Hartweizen. Zusätzlich liefern sie jede Menge wertvolle Ballaststoffe. Spitzenreiter beim Eiweiß- und Ballaststoffgehalt sind Nudeln aus schwarzen Bohnen oder Soja.
Anders als die kurzkettigen Kohlenhydrate aus Weizennudeln enthält das Hülsenfrüchtemehl langkettige Kohlenhydrate. Diese werden langsamer verdaut, sättigen dauerhaft und lassen den Blutzuckerspiegel nicht so stark schwanken. Hülsenfrüchte enthalten außerdem wichtige Mineralstoffe wie Eisen und Magnesium. Erfreulich: Für die Herstellung von Linsennudeln und Co sind keine aufwendigen Verarbeitungsschritte oder bedenklichen Zusatzstoffe erforderlich. Gelegentlich werden Reismehl oder Leinsamen zugesetzt, um die Konsistenz zu verbessern.
In Form von Pasta lassen sich die ernährungsphysiologisch so vorteilhaften Hülsenfrüchte ohne großen Aufwand in den Speiseplan integrieren. Zubereitungsschritte wie das Einweichen bei Kichererbsen entfallen. Wie normale Nudeln werden sie in Salzwasser gekocht – allerdings fällt die Kochzeit meist deutlich kürzer aus. Zu lange im Wasser, werden die Nudeln mehlig und verklumpen. Wer die fertigen Nudeln pur verkostet, kann deutliche Unterschiede im Geschmack feststellen. Während Weizennudeln kaum Eigengeschmack mitbringen, schmecken die Hülsenfrüchte auch in den Nudeln deutlich durch. Das muss man mögen oder mit einer kräftigen Sauce entsprechend gegensteuern. Da lassen sich Hülsenfruchtnudeln genauso vielseitig kombinieren wie Pasta aus Weizen. Auch anbraten lassen sie sich. Wer seinen Kindern die Nudeln schmackhaft machen möchte, kann sie bunt gemischt mit Weizennudeln und mit der Lieblingssauce servieren.
Sommerlicher Nudelsalat
Zutaten: 100 Gramm Hülsenfruchtnudeln, je eine Handvoll Rucola und Kirschtomaten, einige Oliven
Zubereitung: Die Nudeln nach Packungsangabe kochen. Rucola grob hacken, Tomaten halbieren. Aus Olivenöl, Essig, Salz und Pfeffer ein Dressing anrühren und alle Zutaten vermengen. Nach Belieben mit Fetawürfeln ergänzen.