Der Online-Handel ist ein Gewinner der Pandemie, das gilt auch für den Lebensmittelbereich. Entsprechende Angebote gibt es in Deutschland seit eingen Jahren, doch erst seit 2020 ist die Nachfrage coronabedingt rasant gestiegen. So rasant, dass es immer wieder zu Lieferengpässen und Wartezeiten kommt.
Anbieter
Wer im Online-Supermarkt einkaufen möchte, muss bei der Anbietersuche also sowohl auf das passende Liefergebiet als auch auf verfügbare Zeitfenster für die Belieferung achten. Gerade im ländlichen Raum kann das schwierig werden. Bei der Anbietersuche sollte man seriöse Händler wählen, die leicht erkennbar mit Namen und vollständiger Adresse über ihre Identität informieren. Das erleichtert es Kunden, bei Reklamationen den Verantwortlichen auszumachen. Ein Postfach allein reicht dafür nicht aus. Um eine direkte Kontaktaufnahme zu ermöglichen, muss zudem eine E-Mail-Adresse genannt werden.
Gütesiegel
Kaum ein Online-Shop, auf dessen Seiten kein Gütesiegel prangt. Doch nicht alle sind vertrauenswürdig. Die Siegel „Trusted Shops“, „internet privacy standards“, „EHI Geprüfter Online-Shop“ und „TÜV Süd s@fer shopping“ können deutsche Anbieter nur erwerben, wenn sie vorschriftsgemäß bei ihrer örtlichen Lebensmittelüberwachungsbehörde registriert sind. Das bedeutet, sie werden in Sachen Lebensmittelsicherheit überwacht wie ein regulärer Supermarkt – über die Qualität der Produkte sagt das allerdings nichts aus.
Sortiment und Preise
Ein weiterer Knackpunkt ist die Sortiments- und Preisgestaltung. Nicht immer sind alle Lieblingsprodukte auch online verfügbar. Artikel, die ungekühlt haltbar und einfach zu verpacken sind, unterscheiden sich im Preis oft wenig vom stationären Handel. Doch längst gibt es nicht mehr nur Konserven, Süßigkeiten, Reis oder Nudeln im Versandangebot, sondern auch frisches Obst und Gemüse, Milchprodukte und Tiefkühlkost. Für diese Waren ist der Aufwand für Verpackung und Kühlung höher, was sich in den Versandkosten niederschlagen kann.
Was beim Kauf von Lebensmitteln neben den allgemeinen Regeln fürs Online-Shopping wichtig zu wissen ist: Im Webshop müssen dieselben Informationen angegeben werden, die man auch auf den Verpackungen im Supermarkt findet. Dazu zählen zum Beispiel die genaue Bezeichnung des Lebensmittels sowie die Angabe von Preis, Grundpreis und Nettofüllmenge. Auch die Zutatenliste muss einsehbar sein, einschließlich der Mengenanteile wertgebender Zutaten. Denn auch wer online einkauft, hat das Recht zu erfahren, wie hoch der Erdbeeranteil im Fruchtjoghurt ist. Gleiches gilt für die Kennzeichnung der Hauptallergene. Für Allergiker ist es wichtig, bereits vor dem Kauf zu erfahren, ob etwa Nüsse in den Keksen oder Sojabestandteile in der Fertigpizza enthalten sind. Auch die Nährwerte eines Produktes müssen für Onlinekäufer ersichtlich sein. So lässt sich erkennen, wie viel Zucker im Müsli oder Fett in der Wurst steckt. Falls nötig, muss ein Hinweis auf den Alkoholgehalt des Produktes oder einen erhöhten Gehalt an Koffein erfolgen. An Grenzen stößt die Kennzeichnung bei der Angabe von Mindesthaltbarkeitsdaten. Manche Händler geben freiwillig eine Frischegarantie, sichern also beispielsweise zu, dass die gelieferte Ware noch mindestens drei Monate haltbar ist. Für frische Produkte mit kurzer Haltbarkeit ist so etwas nicht möglich. Für sie gibt es auch kein Widerrufs- und Rückgaberecht.
Alternativen
Wer weniger Zeit im Supermarkt verbringen möchte, ist aber nicht aufs Onlineshopping allein angewiesen. In immer mehr Märkten gibt es die Möglichkeit, vorbestellte Waren zu einem bestimmten Termin abzuholen. Und auch Lieferdienste gibt es in den verschiedensten Varianten, im Biobereich zum Beispiel gibt es vielerorts Abokisten mit frischem, regionalem Gemüse und Obst.