Die Preise explodieren – Monat für Monat und das immer schneller. Gas, Strom, Sprit, Gemüse, Obst, Fleisch, Schuhe, Bratöl und Elektronik –kaum ein Produkt, das nicht teurer geworden ist. Jeder Verbraucher spürt das: Am Monatsende bleibt immer weniger im Geldbeutel übrig. Aber um welchen Betrag geht es?
Das lässt sich ausrechnen, wenn man weiß, wie hoch das aktuelle Bruttogehalt ist und wann es die letzte Gehaltserhöhung gab. Zieht man davon die Inflationsrate ab, die das Statistische Bundesamt jeden Monat bekannt gibt, sieht man wie hoch der Kaufkraft-Verlust ist. Zählt man diesen Betrag dann zum Bruttogehalt dazu, wird deutlich, wie viel man aktuell verdienen müsste, um sich so viel leisten zu können, wie zum Zeitpunkt der letzten Gehaltserhöhung (siehe Beispiele in der Tabelle).
Aber natürlich gilt auch hier, wie bei jeder Statistik, individuell könnte die Rechnung ganz anders ausfallen. Denn wie groß das Loch ist, das die Inflation ins Portemonnaie reißt, hängt sehr davon ab, wie der persönlicher Warenkorb gefüllt ist. Eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung ergab zum Beispiel, dass Familien mit niedrigem Einkommen am meisten unter der Inflation leiden. Während die Warenkörbe im März im Schnitt 7,3 Prozent teurer waren als vor einem Jahr, mussten sie 7,9 Prozent mehr bezahlen, da Waren des Grundbedarfs bei den Ausgaben ärmerer Haushalte stärker ins Gewicht fallen. Bei Singles mit hohem Einkommen liegt die Inflation dagegen „nur“ bei 6,0 Prozent.
Einige Berufsgruppen dürfen heuer noch mit Verbesserungen ihrer Finanzlage rechnen, da Tarifverhandlungen anstehen. Die IG Metall fordert aktuell für die Beschäftigten in der Stahlindustrie ein Gehaltsplus von 8,2 Prozent. Im September folgen Verhandlungen für die Metall – und Elektroindustrie (3,8 Millionen Beschäftigte) und im Dezember dann die für den Öffentlichen Dienst (Bund und Gemeinden, 2,7 Millionen Beschäftigte).