Körper und Geist durch Yoga in Einklang bringen: Das macht mittlerweile sehr vielen Bundesbürgern großen Spaß. Auch Gymnastik wird gerne zur Stressvorbeugung und Schlafverbesserung genutzt. Das Praktische an diesen Sportarten ist: Man braucht im Prinzip nicht mehr als eine passende Matte. Doch welche ist hier die richtige? Die Sportlerin und der Sportler stehen vor der Qual der Wahl. Stiftung Warentest hat deshalb acht Yogamatten und acht Gymnastikmatten getestet.
Preis
Zwar bestehen alle Yogamatten den Praxistest, aber in den einzelnen Testkategorien gibt es deutliche Unterschiede. Bei den Yogamatten gilt: teurer ist nicht gleich besser. Sieger ist dort das Modell „Jade Harmony“ (Note: 2,1) von JadeYoga für 90 Euro. Zum Vergleich: Die Konkurrenzprodukte „Manduka Prolite“ und „Nike Mastery Yoga Mat“ sind mit 94 und 110 Euro noch teurer. Solide aber nicht überragende Yogamatten wie die „Kimjaly Light Yoga Mat“ von Decathlon gibt es jedoch schon ab 30 Euro. Für die getesteten Gymnastikmatten gilt jedoch das Gegenteil. Die teuersten Produkte schnitten hier klar besser ab, wobei diese im Vergleich zu den Yogamatten wesentlich günstiger sind. Testsieger hier ist Galeria Kaufhof „Alex Gymnastikmatte Air Pro“ (Note: 2,2) für 50 Euro. Gymnastikmatten sind günstiger, hier erhält man befriedigende Matten bereits zwischen 13 und 33 Euro.
Stabilität
Im Yoga geht es vor allem darum, bestimmte Positionen zu halten oder von einer Haltung in eine andere zu fließen. Deshalb muss die Unterlage rutschfest sein. Sie darf sich aber auch nicht in die Länge ziehen, da es bei vielen Yoga-Posen um Gleichgewicht geht. Die Matten von Amazon und Schildkröt erweisen sich im Test als nicht überzeugend. Eine stabile Unterlage bieten die Naturkautschukmatten wie von JadeYoga und Bodhi. Im Test mit schwitzigen Händen schnitten alle Yogamatten ähnlich schlecht ab. Auch die Gymnastikmatten wurden als eher rutschig bewertet. Die Matte von Airex eignet sich noch am besten für stärker schwitzende Sportler, da diese aufgenommene Feuchtigkeit am besten wieder abgibt.
Komfort
Yogamatten sind im Gegensatz zu Gymnastikmatten dünn und fest. Wichtig ist vor allem, dass die Matten eine gute Dämpfung bieten um die Gelenke zu schonen. Im Test schneiden hier alle gut ab, außer die Matte von Manduka. Die fällt in dieser Kategorie durch. Eine ordentliche Dämpfung ist bei Gymnastikmatten noch wichtiger. Deshalb sind sie normalerweise deutlich dicker als die Yogamatten. Trotzdem schneiden im Test die Yogamatten in diesem Bereich besser ab, besonders jene von Galeria. Bei den dickeren Gymnastikmatten wurde noch ein ganz anderes Problem festgestellt. Die Matten von Lidl, Adidas, Powrx und Airex entwickeln teilweise bleibende Verformungen. Diese können zum Beispiel bei einer engen Verschnürung zur Lagerung entstehen. Da greift man lieber zu einem anderen Modell. Im Bereich Komfort ist auch zu beachten, dass insbesondere Matten aus Kautschuk für sehr geruchsempfindliche Menschen nicht in Frage kommen. Der intensive Gummigeruch hielt bei einigen Matten selbst nach Ende der Testzeit noch an.
Vorsicht bei Kautschuk
Bei den Yogamatten fällt die „Eco Pro Matte“ von Bodhi negativ auf. Obwohl hier explizit damit geworben wird, die Matte sei frei von Schadstoffen und Allergenen, konnten die Tester in dem Modell aus Naturkautschuk Latexproteine feststellen. Diese können allergische Reaktionen wie Hautausschläge auslösen. Allergiker sollten hier vorsichtig sein. Obwohl die Matte von Bodhi im Praxistauglichkeitstest am besten abschneidet, wirft sie diese irreführende Produktangabe vom Siegertreppchen. Das gilt allerdings nicht für alle Kautschukmatten. Auch die Testsiegermatte von JadeYoga ist aus Kautschuk. Bei dieser sind die Latexproteine unproblematisch. Insgesamt ist noch nicht geklärt, ob das Kautschuk wirklich ökologischer ist als die erdölbasierten Kunststoffe der anderen Matten. Die riesigen Kautschukplantagen in Südostasien fördern die Rodung von Tropenwäldern und treiben so den Klimawandel und das Artensterben voran. Produkte mit dem Nachhaltigkeitssiegel „Fair Rubber“ garantieren nachhaltigen Anbau in kleinbäuerlichen Strukturen. Die Matten im Test tragen dieses aber Siegel nicht.
Giftstoffe
Bei den Gymnastikmatten ist besondere Vorsicht geboten. Viele der getesteten Matten fielen durch gesundheitsgefährdende Stoffe auf. Das war vor allem bei zwei Matten so: In der Trainingsmatte von Adidas „Training Mat ADMT – 12235“ wurde der Weichmacherstoff DEHP in verboten hoher Konzentration festgestellt. Dieser Stoff beeinträchtigt die Fortpflanzung und kann bei Schwangeren das Kind im Mutterleib schädigen. Mit diesem No-Go ist die Matte von Adidas aber nicht alleine. Auch die Gymnastikmatte von Powrx wird mit mangelhaft bewertet. Sie enthält einen ganzen Schadstoffcocktail, die laut Stiftung Warentest im Verdacht stehen, Krebs zu erregen.
Handlichkeit
Da Yoga mit wenig Aufwand und zusätzlichen Hilfsmitteln machbar ist, eignet sich dieser Sport ganz besonders auch im Urlaub und außerhalb von zu Hause. Sobald die Matte ausgerollt ist, kann es losgehen. Dafür muss die Unterlage natürlich handlich und leicht zu transportieren sein.
Hier sollte man darauf achten, dass die Matte nicht zu schwer ist und am besten Tragegurte wie die Modelle von JadeYoga und Manduka hat. Dasselbe gilt für Gymnastikmatten, hier ist der Testsieger von Galeria allerdings aufgerollt eher groß. Für den Transport haben auch diese Matten meistens ein Band.