Farbstoffe: Bunt ist nicht gleich bunt

von Redaktion

Am Sonntag wird es in den Osternestern wieder bunt leuchten: glänzend verpackte Schokoladeneier, bunt gefärbte Hühnereier und Zuckerwaren in allen Regenbogenfarben. Gerade Eltern machen sich oft Sorgen, ob die vielen Farbstoffe, die die Osterleckereien bunt färben, für ihre Kinder gesundheitlich bedenklich sein könnten.

Die gute Nachricht: alle Farbstoffe, die in Lebensmitteln enthalten sind, müssen zugelassene Lebensmittelzusatzstoffe sein. Sie haben eine gesundheitliche Risikobewertung durchlaufen und ihre Verwendung ist gesetzlich geregelt. Zusätzlich muss in der Zutatenliste genau benannt werden, welche Farbstoffe enthalten sind.

Auf kleinteiligen Süßigkeiten wie Schokoeiern steht die Zutatenliste auf der Umverpackung, in der sie verkauft werden. So lassen sich gezielt Produkte auswählen, die ohne künstliche Farbstoffe auskommen. Zu dieser Gruppe zählen die umstrittenen Azofarbstoffe. Zugelassen sind derzeit E102 (Tartrazin), E110 (Gelborange S), E122 (Azorubin), E123 (Amaranth), E124 (Cochenillerot A), E129 (Allurarot AC), E151 (Brilliantschwarz BN), E155 (Braun HT) und E180 (Litholrubin BK).

Sie müssen im Sinne des vorsorglichen Gesundheitsschutzes den Warnhinweis „kann Aufmerksamkeit und Aktivität von Kindern beeinträchtigen“ tragen. Auch Allergikern wird empfohlen, diese Farbstoffe zu meiden.

Wenig verwunderlich, dass Süßwarenhersteller sie immer seltener in ihren Produkten einsetzen. Wegen ihrer großen Farbechtheit und Lichtbeständigkeit werden Azofarbstoffe auch zum Färben von Ostereiern verwendet. Gelangen geringe Mengen dieser Farbstoffe durch Haarrisse ins Innere des Eis, kann man das verfärbte Eiweiß mitessen, ohne negative gesundheitliche Folgen befürchten zu müssen. Wer selbst färbt, kann aber auch bei Eierfarben auf natürliche Alternativen zurückgreifen.

Färbende Pflanzen wie Rote Bete oder Spinat sind die naturbelassenste Möglichkeit, um Lebensmittel zu färben.

Die Farbstoffe lassen sich auch aus diesen Pflanzen extrahieren oder im Labor nachbauen. Diese sind dann in ihrer chemischen Struktur identisch mit den natürlichen Vorbildern. Im Gegensatz zu Eierfarben und anderen zugelassenen Lebensmittelfarbstoffen sind die Farben, mit denen Papierservietten bedruckt oder Ostergras eingefärbt werden, nicht unbedingt für den Kontakt mit Lebensmitteln bestimmt.

Daher sollte man unverpackte Osterleckereien wie Zuckereier, Weingummi oder gebackene Osterlämmchen nicht direkt mit diesen Materialien in Berührung bringen. Insbesondere Fett und Feuchtigkeit könnten sonst Farben, Mineralölrückstände oder andere unerwünschte Stoffe daraus lösen, die dann ins Lebensmittel übergehen. Anders ist es bei verpackten Osterhasen oder Schokoeiern, sie dürfen direkt ins bunte Ostergras. Denn zum einen müssen deren Verpackungsfolien sicher sein, das heißt, sie dürfen keine Schadstoffe abgeben. Zum anderen schützt die Verpackung vor äußeren Einflüssen. Farbstoffe finden sich längst nicht nur in bunten Süßigkeiten und Limonaden. Sie werden oft viel subtiler eingesetzt.

Zwar gibt es einige rechtliche Vorschriften zum Schutz vor Täuschung. So dürfen etwa Eiernudeln nicht gelblich gefärbt werden, weil dies einen höheren Eigehalt vortäuschen würde. Dennoch bleibt den Herstellern viel Spielraum: So lässt Rote-Bete-Saft den Kirschjoghurt fruchtiger oder Beta-Carotin Butter und Käse appetitlich orangegelb erscheinen. Es lohnt sich also, auch im Alltag öfter auf die Zutatenlisten zu blicken.

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