Fernseher für wenig Geld

von Redaktion

Das Angebot an Fernsehern ist kaum noch zu überblicken. Die Stiftung Warentest hat über die Jahre 236 Geräte getestet. Demnach gibt es gute Modelle bereits für unter 700 Euro. © Imago

Wer sich einen neuen Fernseher ins Haus holen will, muss erst einmal wissen, wie groß das Gerät sein soll. Beliebt ist etwa die Größenklasse mit einer Bilddiagonale von 42/43 Zoll, was 107 beziehungsweise 109 Zentimetern entspricht. Größere Geräte haben meist 55 Zoll (140 Zentimeter) sowie 65 Zoll (156 Zentimeter).

Insgesamt 236 Geräte in diesen Größenklassen hat die Stiftung Warentest in den vergangenen Jahren getestet. Ergebnis: „In allen drei Größenklassen liegen nicht die neusten Modelle vorn, sondern Geräte aus dem Vorjahr“, schreiben die Experten in der „test“-Ausgabe 1/2025. Für Kunden besonders erfreulich. Manche der Geräte sind demnach im Laufe der Zeit über 600 Euro günstiger geworden.

■ Geräte von LG liegen vorn

In allen drei Größenklassen lag mit der Note „sehr gut“ ein Vorjahresmodell des südkoreanischen Herstellers LG auf dem Spitzenplatz. Bei den großen 65-Zoll-Geräten erwies sich der LG OLED65C37LA mit einem Preis von 1759 Euro als der beste. Er musste sich den ersten Platz mit einem Gerät von Samsung teilen, dem GQ65S90CAT. Allerdings kostete das Samsung-Gerät mit 2201 Euro fast 500 Euro mehr als der Fernseher von LG.

Bei den etwas kleineren 55-Zoll-Geräten lag der LG OLED55C37LA für 1379 Euro an der Spitze. Bei den 42/43-Zoll-Geräten entschied der OLED42C37LA von LG das Rennen für sich – mit einem Preis von 1149 Euro.

„Sämtliche Sieger bieten ein erstklassiges Bild − drei von vier auch einen sehr guten Ton, was nicht selbstverständlich ist“, so die Stiftung Warentest. Einzig das kleinere 42/43-Zoll-Modell von LG schnitt in Sachen Tonqualität als weniger gut ab.

■ Preis-Leistungs-Sieger

Wer weniger Geld ausgeben möchte, aber auf eine akzeptable Qualität nicht verzichten will, kann sich am Preis-Leistungs-Tipps der Stiftung Warentest orientieren. Bei den großen Geräten mit 65 Zoll ist der Fernseher des chinesischen Herstellers Hisense (65U8KQ) mit einem Preis von 1232 Euro rund 500 Euro günstiger als das LG-Gerät und damit rund 1000 Euro günstiger als das ebenfalls erstplatzierte Gerät von Samsung. Allerdings erhält der Hisense lediglich die Note „gut“. Begründung: „Bildqualität und Ton überzeugen, die Handhabung ist mittelmäßig. Verbraucht unter den 65-Zoll-Geräten am wenigsten Strom.“ Auch die eingesetzte Technologie ist eine andere: Während die Testsieger mit einem OLED-Display auftrumpfen, setzen die Chinesen auf ein LCD-Display.

Preis-Leistungs-Sieger bei den 55-Zoll-Modellen ist der Samsung GQ55S85DAE für 1299 Euro. Auch er wurde mit „gut“ bewertet und ist knapp hundert Euro günstiger als der Testsieger. „Bild und Ton sind sehr gut. Der OLED-Fernseher lässt sich leicht bedienen“, lautet das Urteil der Stiftung Warentest. Zwar sei das Gerät von Samsung nicht so günstig wie der ebenfalls gute Hisense (55U8KQ, 983 Euro), dafür könne das Samsung-Modell fast mit dem Sieger von LG mithalten.

Bei den kleinen 42/43-Zoll-Fernsehern hat sich ein Fernseher von Sony als wahres Schnäppchen mit ordentlicher Qualität entpuppt: Der Sony KD-43X80L erhielt die Note „gut“, kostet mit 679 Euro aber fast 500 Euro weniger als der Testsieger. Das geht nicht ohne Abstriche bei der Qualität: Bild und Handhabung sind laut Stiftung Warentest noch gut, der Ton ist passabel. Das LCD-Display zeige aber ein mittelmäßiges Bild bei heller Umgebung, auch ermögliche das Modell kein zeitversetztes Fernsehen.

■ Schnäppchen von Grundig

Wer weitere Abstriche bei der Qualität in Kauf nimmt, kann noch mehr Geld sparen – und zwar mit Geräten von Grundig. „In allen Größenklassen sind die Geräte von Grundig mit Abstand am günstigsten“, so die Stiftung Warentest. Das große 65-Zoll-Gerät (65 GUB 7340) gibt‘s für 548 Euro, das mittelgroße Gerät mit einer Bildschirmdiagonale von 55 Zoll (55 GUB 7340) kostet 444 Euro, das 42/43-Zoll-Modell von Grundig (43 GUB 7340) ist bereits zum Preis für 417 Euro zu haben. Die Stiftung Warentest bemängelt aber: „Die Bildqualität ist schwächer, in heller Umgebung ist das Bild weniger gut zu sehen – etwa wenn die Sonne ins Zimmer scheint. Auch der Betrachtungswinkel ist gering: Wer von der Seite auf den Fernseher guckt, hat ein schlechteres Bild – der Kontrast nimmt ab, die Farben ändern sich.“ Alle drei Grundig-Geräte schneiden mit der Note „befriedigend“ ab.

■ Kaum Vorteil bei 8K

Gleichzeitig sind nicht alle neuen Markttrends ihr Geld auch wert, warnt die Stiftung Warentest. Als Beispiel nennt sie unter anderem die hohe Bildauflösung 8K. Fernsehgeräte mit 8K-Auflösung versprechen demnach ein superscharfes und detailreiches Bild – mit viermal mehr Pixeln als 4K UHD. Nur: „Fürs Auge ist das kaum sichtbar und der höhere Stromverbrauch geht ins Geld“, bezweifeln die Experten den Mehrwert von 8K-Geräten. Die Test-Experten sprechen von einem „Kaufkiller“.

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