Wer online einkauft, braucht eine gewisse Portion Skepsis. Denn die Maschen der Betrüger werden immer abgefeimter. © Antonio Guillen Fernández, Panthermedia
70 Prozent Rabatt und kostenlose Lieferung. Zu schön, um wahr zu sein? Oft ja. Betrüger haben ein lukratives Geschäft daraus entwickelt, Kunden einen seriösen Internethandel vorzugaukeln. Natürlich hat es die angebotene Ware nie gegeben, das Geld ist weg. Viele Missgeschicke lassen sich aber vermeiden.
■ Spottpreise
Häufig werben Betrüger mit Spottpreisen. Grundsätzlich sind hohe Rabatte nicht unüblich, aber in der Regel hat nicht nur ein Händler das Super-Schnäppchen. Deshalb sollte man die marktüblichen Preise recherchieren. Hilfreich können Vergleichswebsites wie idealo.de oder billiger.de sein. Liegt das Angebot weit unter dem der Konkurrenz, kann das ein Hinweis auf Betrüger sein.
■ Rezensionen
Laut Trusted Shops – das Unternehmen bietet Gütesiegel für vertrauenswürdige Webshops an – sind Fake-Shops oft darauf ausgelegt, in kurzer Zeit viele Opfer anzulocken und dann schnell wieder abgeschaltet zu werden. Dafür werden die Websites oft aggressiv beworben. Neukunden sollten deshalb immer prüfen, ob es bereits Bewertungen zu dem Shop gibt. Dafür den Shop-Namen und „Erfahrungen“ oder „Rezension“ in die Suchleiste der Internet-Suchmaschine tippen. Gibt es keinerlei Angaben, sollte man die Website genauer unter die Lupe nehmen.
■ Impressum
Vollständige AGBs und ein Impressum mit Firmenadresse und Kontaktdaten sind in Deutschland Pflicht. Oft machen sich Betrüger nicht die Mühe, diese zu fälschen. Fehlen diese Angaben, sollte man vom Einkauf absehen. Auch wenn die Website auffällig schlecht gestaltet ist oder sprachliche Fehler aufweist, können das Hinweise sein.
■ Vorkasse
Bietet ein Shop nur Vorkasse an, sollten alle Alarmglocken schrillen. Bis der Betrug auffliegt, ist das Geld meist unrettbar verloren. Laut Trusted Shops gehen die Betrüger es aber oft gewieft an: Optionen wie Rechnungskauf oder Paypal werden angezeigt, können aber nicht angeklickt werden. Das ist mindestens unseriös, meist aber direkt krimineller Natur. Die sicherste Art der Zahlung ist und bleibt der Rechnungskauf. Beliebt ist die Vorkassen-Masche auch bei Kleinanzeigen-Verkäufen. Dort bitten Betrüger gern um die Zahloption Paypal „Für Freunde“. Der Trick: Da gibt es keinen Käuferschutz, man kann das Geld also nicht mehr zurückfordern.
■ Rücksendungen
Oft sind bei Fake-Shops Rücksendungen nicht vorgesehen. Verbraucher sollten grundsätzlich die Retouren-Konditionen prüfen. Auch wenn der Shop existiert, sind die Bedingungen manchmal nicht besonders verbraucherfreundlich.
■ Falsche Siegel
Betrüger werben gern mit Bewertungen vermeintlicher Kunden. Das Profilbild ist geklaut, der Text erfunden. Auch gefälschte Siegel sind beliebt, etwa das von Trusted Shops. Das soll die Kunden in Sicherheit wiegen. Dafür kopieren Betrüger einfach das Siegel auf ihre Website. Deshalb sollte man die Adresse des Webshops kopieren und gesondert in der Datenbank von Trusted Shops (www.trustedshops.de) suchen. Damit kann man sicherstellen, dass das Siegel echt ist.
■ Phishing
Eine abgewandelte, aber ähnlich gefährliche Art des Betrugs ist das sogenannte Phishing. Hierbei klonen Betrüger bekannte Websites, etwa von DHL oder der Deutschen Bank, und versuchen ihre Opfer mit E-Mails oder SMS darauf zu locken. Der Zweck: Die Verbraucher sollen ihre Zahlungsdaten eintippen, die die Kriminellen dann abfischen. Das Problem lässt sich relativ einfach umgehen, indem man nicht auf den Link in der verdächtigen E-Mail klickt, sondern die gesuchte Adresse selbstständig in den Browser eintippt.
■ Erste Hilfe
Aber was, wenn man hereingefallen ist? Dann heißt es schnell sein. Betrüger schaffen das erbeutete Geld fix außer Landes. Deshalb sollte man zuerst sein Geld zurückfordern. Dafür nimmt man am besten Kontakt mit seiner Bank auf. Laut dem Portal „Finanztip“ kann man ein Lastschriftmandat selbst innerhalb von acht Wochen widerrufen. Hat man das Geld selbst überwiesen, muss man schnell die Bank kontaktieren. Die kann das Geld zurückholen, wenn es noch nicht beim Empfänger gutgeschrieben wurde. Das kann nur Stunden dauern. Danach hat man schlechte Karten. Kreditkartenumsätze müssen acht Wochen lang zurückbuchbar sein. Dafür wendet man sich an die kartenausgebende Bank. Noch einfacher ist es bei Paypal: Hier kann man bis zu 180 Tage nach Kauf Käuferschutz beantragen. Aber, wie gesagt, nicht bei der Funktion „für Freunde“. Verbraucher sollten alles dokumentieren, was den Kaufvorgang nachweist. Mit den Informationen sollten sie bei der Polizei Anzeige erstatten.