Acht von 14 Sitzen gut

von Redaktion

Der „Bobike Go Mini“ für den Lenker.

Der „Polisport Bilby Maxi FF“ mit Rahmenmontage.

Der „Thule Yepp 2 Maxi“ für den Gepäckträger.

Sitzt gut: Nimmt man Kinder auf dem Rad mit, ist nicht nur ein passender Helm wichtig, sondern auch ein guter Kindersitz. © Fotos: Panthermedia, Stiftung Warentest, dpa

Die Sonne lacht und damit steht einer Fahrradtour nichts mehr im Wege – es sei denn, man hat kleine Kinder, aber noch keinen Sitz für den Sozius. Wer sich einen kaufen möchte, erhält in einer neuen Auswertung der Stiftung Warentest erst einmal eine gute Nachricht: Gleich acht der 14 Sitze, die unter die Lupe genommen wurden, schneiden gut ab. Sie seien „komfortabel, sicher und eine würdige Mitfahrgelegenheit für kleine Thronfolgerinnen und Thronfolger“, schreiben die Tester. Dennoch gibt es beim Kauf ein paar Dinge zu beachten.

■ Nur ein Frontsitz wirklich sicher

Da ist zunächst die Systemfrage: Soll der Sitz vor dem Lenker stehen? Oder lieber hinter dem Fahrer auf Gepäckträger oder an der Sattelstange montiert werden? Für den sogenannten Frontsitz spricht, dass Kinder direkt auf die Straße sehen – die Kleinen lieben das. Wer hinter dem Fahrer sitzt, muss dagegen immer an ihm vorbeischauen und hat eigentlich nur auf die Seiten freie Sicht. Das Manko der Frontsitze: dem Fahrer fällt gerade bei sportlichen Rädern das Steuern schwerer, weil vor dem Lenker ein Kind sitzt. Sie sind also eher eine Option für klassische Modelle wie Hollandräder.

Und: sitzt das Kind vorne, ist auch die Verletzungsgefahr bei einem Unfall meist größer als bei einem Hecksitz. So schneiden zwei der drei getesteten Frontsitze im Punkt Sicherheit nicht berauschend ab: der Qibbel Air erhält hier nur die Teilnote 2,7, der Thule Yepp Next 2 Mini sogar eine 4,0, weshalb beide nur eine befriedigende Gesamtnote bekommen (2,6 und 3,0). Das ist nicht bedenklich, aber es geht besser: Das beweist der mit 63 Euro auch noch erfreulich günstige Bobike Go Mini, der dritte vor dem Lenker montierte Sitz. Er ergattert bei der Sicherheit eine sehr gute 1,5 – der Bestwert im gesamten Test. Und auch seine Gesamtnote (2,3) ist trotz nur befriedigender Fahreigenschaften gut.

■ Viele gute Sitze für das Heck

Auch bei den Hecksitzen gibt es Unterschiede. Das fängt bei der Montage an: So werden viele Sitze direkt auf dem Gepäckträger montiert. Dafür muss der Gepäckträger aber eine Traglast von 27 Kilo haben und die Streben des Trägers müssen zum Sitz passen. Am Steuerrohr befestigte Sitze sind hingegen eher für klassische Damenräder mit schlanken Rohrmaßen geeignet. Gerade bei schweren E-Bikes können die Sattelrohre zu dick für die Montagevorrichtung sein. „Im Test passten die Standardadapter zur Rahmenmontage längst nicht an jedes Fahrrad, ob mit oder ohne Motor“, heißt es im Testbericht. Deshalb: Im Zweifel den Sitz im stationären Handel kaufen und anprobieren.

Passen die Sitze zum Rad, ist zum Beispiel der Thule Yepp 2 Maxi zu empfehlen, den es sowohl für die Montage am Rahmen als auch für den Gepäckträger gibt. Bei den Sitzen mit Montage auf dem Gepäckträger holte er mit Gesamtnote 2,3 den Testsieg, als Sitz mit Rahmenadapter kam er mit Gesamtnote 2,2 auf Platz 2. In Sachen Sicherheit sind sie zwar nicht überragend, dafür federn sie gut, sind sehr haltbar und lassen sich vergleichsweise einfach und stabil fahren. Am guten Gesamtpaket bemängelten die Tester lediglich die nicht ganz optimale Aussparung für den Radhelm. Zudem ist der Preis mit 140 bis 160 Euro hoch.

Der fällt vor allem im Vergleich zum Polisport Bilby Maxi auf, der nur 69 Euro kostet. Als Modell mit Rahmenadapter holte er vor dem Thule mit Gesamtnote 2,2 und besseren Werten bei der Sicherheit sogar den Testsieg. Als Sitz für den Gepäckträger landete er der deutlich günstigere Konkurrent direkt hinter dem Thule auf Platz 2. Lediglich seine Feuchtigkeit aufsaugenden Polster fanden die Tester nicht gut, weshalb sie eine Abdeckung empfehlen, wenn das Rad über Nacht draußen steht.

■ Kein einziger Sitz fällt durch

Doch egal ob Thule, Polisport, Hamax, Britax Römer oder Bobike: kein Sitz im Test hatte gravierende Sicherheitsmängel, bestätigten die Tester. Nur die Sichtbarkeit im Dunklen war bei vielen Hecksitzen schlecht. Doch die lässt sich einfach mit einem reflektierenden Aufkleber verbessern.

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