Rechnet sich schnell: Solarpaneele am Balkon. © Sauer/dpa
Die Zahl der Balkonkraftwerke in Deutschland hat sich innerhalb eines Jahres in etwa verdoppelt und liegt derzeit bei rund einer Million. Das geht aus Daten des Marktstammdatenregisters und Schätzungen des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW) hervor. „Wir gehen davon aus, dass das einmillionste Steckersolargerät bereits in Betrieb ist, weil noch Nachmeldungen bei der Bundesnetzagentur ausstehen“, sagt BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.
Balkonkraftwerke offiziell heißen sie Steckersolargeräte – sind kleine Solaranlagen. Oft werden sie an Balkonen befestigt – daher der Name –, dies ist aber nicht zwingend. Ihre Anschlussleistung ist auf 800 Watt begrenzt. Bei Sonnenschein speisen sie ihre Leistung über eine Steckdose in das heimische Netz des Besitzers ein, der dadurch weniger Strom von seinem Versorger beziehen muss. Diese Ersparnis ist der finanzielle Ertrag der Anlage. Erzeugt sie mehr, als man selbst verbraucht, wird der Überschuss entgeltfrei ins Netz eingespeist. Geräte mit eigenem Stromspeicher gelten laut BSW nicht als Steckersolargeräte, für sie sind etwas andere Regeln in Kraft.
■ Amortisiert nach 2,5 bis 5 Jahren
„Die Anschaffung eines Balkonkraftwerks kann sich nach zweieinhalb bis fünf Jahren amortisiert haben“, heißt es in einer Analyse des Vergleichsportals Verivox. Am ertragreichsten sei, wenn der Balkon nach Süden ausgerichtet ist, die Module leicht geneigt montiert werden und kein Schatten auf die Solarmodule fällt.
Balkonkraftwerke erlauben Menschen, direkt an der Energiewende teilzunehmen und davon zu profitieren. Ihr Anteil an der bundesweiten Stromerzeugung ist eher gering. Zusammen kommen die aktuell registrierten Anlagen auf eine maximale installierte Leistung von rund 0,9 Gigawatt. Alle Solaranlagen Deutschlands – also inklusive Dächern, Freiflächen und Ähnlichem – kommen auf mehr als das Hundertfache.
■ Fast 150 000 Anlagen allein in Bayern
Die bundesweit meisten Balkonkraftwerke sind mit 194 077 in Nordrhein-Westfalen im Betrieb. Dahinter folgt Bayern mit 148 284 Eintragungen im Marktstammdatenregister. DPA