Sahne gehört zu vielen Desserts dazu. Aber es gibt große Qualitätsunterschiede. Pflanzliche Alternativen sind dabei nicht zwingend gesünder. © Martin Schutt/dpa
Ein Sommertag, eine Schale frischer Erdbeeren – was fehlt? Natürlich ein Klecks Schlagsahne. Doch wie gut ist die Sahne aus dem Supermarkt wirklich? Stiftung Warentest hat 22 Produkte geprüft, darunter klassische Schlagsahnen, laktosefreie Varianten, vegane Alternativen sowie ein Produkt mit Buttermilch und Pflanzenfett. Die Ergebnisse überraschen – besonders beim Blick auf den Schaum.
■ Testsieger
Wer auf echten Geschmack, stabilen Schaum und solide Qualität setzt, ist mit der Schwarzwaldmilch Schlagsahne aus frischer Weidemilch gut beraten. Der Testsieger erhält die Gesamtnote (“gut” 1,7). Sie schmeckt intensiv sahnig, ist leicht buttrig und kostet etwa 60 Cent pro 100 Gramm. Auch Edeka Bio (“gut” 1,9) und Aldi Milsani („gut” 2,0) überzeugten mit sehr guter Sensorik. Die Sahne von Aldi punktet zusätzlich mit einem günstigen Preis von 50 Cent und ist damit Preis-Leistungs-Sieger. Auch die bekannten bayerischen Marken Weihenstephan und Berchtesgadener Land liegen mit ihren Schlagsahnen im Bereich „gut” (2,0). Beide liefern einen kräftigen Geschmack und guten Schaum für 68 Cent pro 100 Gramm für den Schlag-Rahm von Weihenstephan und 64 Cent für den feinsten Schlagrahm von Berchtesgadener Land.
■ Verlierer
Weniger überzeugend war die Milbona Schlagsahne von Lidl. Mit der Gesamtnote „ausreichend“ (3,6) liegt sie am unteren Ende des Testfelds. Grund dafür ist ein zu hoher Laktulosewert – ein Hinweis auf intensive Erhitzung – sowie ein leicht alt und säuerlich wirkender Geschmack. Noch schlechter schnitt die vegane Schlagcreme von dmBio ab. Sie wurde in der Kategorie „Aufschlagen und Schaum“ mit mangelhaft bewertet: Selbst nach kräftigem Rühren entstand kaum Volumen. Der Geschmack war stark kokoslastig. Unterm Strich: ausreichend (4,0) und damit die schlechteste Gesamtnote im Test.
■ Vegane Alternativen
Unter den fünf veganen Schlagcremes überzeugte nur Kaufland Take it Veggie mit einem „guten” (2,3) Qualitätsurteil. Für 48 Cent pro 100 Gramm liefert sie passablen Schaum und ein akzeptables Geschmackserlebnis – mit leichter Bitternote und Soja-Aroma. Andere pflanzliche Varianten wie Alpro, Schlagfix oder die Rama Cremefine 100% pflanzlich zum Aufschlagen kamen über ein „befriedigend“ nicht hinaus. Sie schmecken oft stark nach Pflanzenfett und liefern weichen oder instabilen Schaum.
■ Gesundheit
Viele greifen zu pflanzlichen Alternativen, weil sie diese für gesünder halten. Doch ganz so einfach ist es nicht. Während die klassische Schlagsahne rund 30 Prozent tierisches Fett enthält, stammen die Fette in veganen Produkten meist aus gehärtetem Kokos- oder Palmfett. Diese bestehen fast ausschließlich aus gesättigten Fettsäuren, die – im Übermaß verzehrt – den Cholesterinspiegel erhöhen können. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt daher, eher ungesättigte Fette wie Rapsöl zu bevorzugen. Milchfett enthält ebenfalls gesättigte Fettsäuren, aber in natürlicher Form. In moderaten Mengen ist Sahne für gesunde Menschen unbedenklich.
■ Sprühsahne
Für alle, die es besonders eilig haben, bietet der Markt auch Sprühsahne aus der Dose. Doch geschmacklich kann diese nicht empfohlen werden, so die Tester. Stiftung Warentest testete drei Sprühsahnen: von Lidl, Minus L (laktosefrei) und Schlagfix (vegan). Der Schaum war bei allen grobporig und wenig cremig, der Geschmack eher süßlich mit deutlicher „Kochnote“. Die vegane Schlagfix-Sahne schmeckte sogar auffallend künstlich nach Vanille. Hinzu kommt: Sprühsahne enthält viel Zucker, ist im Verhältnis teuer, bis zu 1,23 Euro pro 100 Milliliter, und belastet durch das eingesetzte Treibgas Lachgas das Klima. Wer wirklich Genuss sucht, sollte also lieber selbst zur Rührschüssel greifen. Mit ein wenig Geduld gelingt das Sahnehäubchen deutlich besser und die Arbeit wird auch geschmacklich belohnt.
■ Rama Cremefine
Eine Sonderrolle spielt Rama Cremefine aus Buttermilch und pflanzlichem Fett (nicht zu verwechseln mit der rein pflanzlichen Rama Cremefine Variante). Dieses Hybridprodukt ist nicht vegan, enthält aber auch keine klassische Sahne. Es wurde außer Konkurrenz getestet und schnitt insgesamt mit “befriedigend” (2,7) ab. Auch hier: Geschmacklich akzeptabel, aber durch den hohen Gehalt an gehärteten Fetten kritisch.