Die meisten Teige sind rasch zusammengeknetet. Bei anderen, Blätterteig zum Beispiel, ist Fertigware erlaubt. © panthermedia
Ob Pizza, Kuchen oder Brot – Selbstgebackenes schmeckt oft wunderbar, aber die Zubereitung verlangt Zeit. In den Kühlregalen der Supermärkte gibt es ein breites Angebot an Fertigteigen, die eine schnelle Zubereitung versprechen und keinerlei Backerfahrung voraussetzen.
Der Klassiker im Kühl- bzw. Tiefkühlregal ist wohl der Blätterteig – ihn macht kaum jemand selbst. Auch Pizza- und Flammkuchenteig erfreuen sich großer Beliebtheit, weil sie flexibel mit allem belegt werden können, was schmeckt oder gerade zu Hause vorrätig ist. Im Handel finden sich weitere Fertigprodukte, zum Beispiel Mürb-, Strudel- und Hefeteig, spätestens im Advent auch verschiedene Plätzchenteige.
Preislich muss man meist nicht allzu tief in die Tasche greifen. Teigzutaten wie Mehl, Eier, Zucker, Hefe oder Milch kosten umgerechnet pro Blech dennoch in der Regel weniger.
Studiert man jedoch die Zutatenlisten der Fertigteige, findet man dort etliches, was in der heimischen Küche nicht zum Einsatz kommt: Säuerungsmittel und Emulgatoren etwa, Aromastoffe, Glucosesirup oder Weizeneiweiß. Nahezu alle Fertigteige enthalten zudem Alkohol. Er hilft dabei, den feuchten und keimanfälligen Teig zu konservieren. Beim Salzgehalt gibt es große Unterschiede – das kennt man aber auch vom Selbstbacken. Wer Salz sparen will, muss Nährwertangaben vergleichen bzw. es zu Hause beim Kochen und Backen sparsam verwenden.
Teure Zutaten wie Olivenöl oder Butter sind im Fertigteig keine Selbstverständlichkeit: meist wird ihr Gehalt extra ausgelobt. Manchmal wird die Butter auch komplett durch Pflanzenfette ersetzt – das ist billiger für den Hersteller, gleichzeitig kann er das Produkt gegebenenfalls als „vegan“ verkaufen. Geschmacklich ist der Austausch aber meist kein Gewinn: der typische Buttergeschmack gehört gerade bei fettreichen Teigen wie Blätter-, Plunder- oder Mürbteig zum Genuss dazu.
Auch sonst haben die Fertigprodukte oft einen etwas eigenen Geschmack, der nach dem Backen mehr oder weniger zum Tragen kommt: bei einer mit Tomatensoße, Salami oder Pilzen belegten Pizza tritt der Teiggeschmack stärker in den Hintergrund als bei einem Pizzabrot, das nur mit Kräutern gewürzt wird.
Wägt man Für und Wider ab, sind die Fertigteige als schnelle Helfer bei Zeitnot durchaus praktisch. Für mehr Genuss kann man aber auch beim Selbstbacken etwas Zeit einsparen: viele Teige lassen sich auf Vorrat zubereiten und problemlos einfrieren, sodass man bei Bedarf darauf zurückgreifen kann.