Das kann die neue Google-KI

von Redaktion

Googeln soll einfacher werden, verspricht der US-Konzern. In Zukunft soll die KI auch komplexe Fragen beantworten können. © Imago

Seit 1998 wird im Internet nicht mehr gesucht, sondern „gegoogelt“. Seit 2004 steht dieser Begriff sogar im Duden. Jetzt soll sich die Google-Suche so stark verändern wie nie zuvor. Gestern hat der US-Konzern in Deutschland den neuen „KI-Modus“ gestartet. Statt nur Suchergebnisse und Links aus dem Netz anzuzeigen, beantwortet Künstliche Intelligenz auch komplizierte Fragen in verständlichen Texten. Google wird damit beinahe zum Chatbot und zu „GoogleGPT“. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur „Such-Revolution“.

Wie läuft die KI-Suche?

Google will sich in einen „intelligenten Assistenten“ verwandeln. Statt in der Suche „Sehenswürdigkeiten Amsterdam“, „gute Restaurants Amsterdam“ und „Insidertipps Amsterdam“ einzugeben, fragt man einfach: „Was sollte ich in Amsterdam an einem Wochenende alles gesehen und erlebt haben?“ Google präsentiert dann eine fertig ausgearbeitete Tour mit Tipps, Bildern, Stadtplänen und weiterführenden Infos.

Wie kann ich das nutzen?

Der kostenlose KI-Modus erscheint im Browser oder in der Google-App als separater Menüpunkt. Nutzer können Fragen per Text, Sprache oder Bild stellen – etwa ein Foto vom verschmutzten Teppich hochladen und fragen, welches Reinigungsmittel am besten hilft.

Was bringt das im Alltag?

Die neue Suche macht komplexe Recherchen viel einfacher. Außerdem kann man Anschlussfragen stellen und quasi ein Gespräch mit der Suchmaschine führen. Die KI merkt sich den Kontext und kann immer tiefer ins Thema einsteigen.

Muss ich die Google-KI verwenden?

Nein. Der KI-Modus soll die normale Suche zunächst nur ergänzen. Wer mag, kann weiterhin googeln wie bisher. Übrigens rollt Google die Funktion nicht sofort für alle aus. Es kann einige Tage dauern, bis sie überall erscheint, weil die Server schrittweise aktualisiert werden.

Warum gibt es Bedenken?

Website-Betreiber befürchten Umsatzeinbußen, weil weniger Nutzer auf ihre Links klicken, wenn Google die Antworten schon direkt liefert. Studien aus den USA zeigen dramatische Rückgänge: Nur noch acht Prozent der KI-Nutzer klicken auf traditionelle Links. Medienhäuser befürchten, dass Google ihre Inhalte „stiehlt“ und für seine KI verwendet, ohne dafür eine angemessene Vergütung zu zahlen. Außerdem drohen Qualitätsprobleme: Der US-Start war peinlich für Google, weil die KI absurde Antworten gab – etwa den Ratschlag, Pizza-Käse mit ungiftigem Kleber zu befestigen.

Überwacht mich Google jetzt noch mehr?

Das Datensammeln nimmt auf jeden Fall zu. Denn wer die KI intensiv nutzt, teilt automatisch mehr über sich mit. Die langen, detaillierten Fragen verraten viel über persönliche Umstände und Pläne. Diese exakteren Nutzerdaten lassen sich noch besser und teurer an Werbepartner verkaufen. Schlussendlich steckt die Hoffnung auf weitere Milliardeneinnahmen hinter Googles KI-Offensive. Wer dazu nicht beitragen will, sollte die KI-Suche gar nicht erst nutzen – oder gleich auf datenschutzfreundliche Suchmaschinen wie DuckDuckGo umsteigen. Immerhin: In der EU muss Google die Nutzer besonders transparent über die Verwendung ihrer Daten informieren.

Wird das Internet durch die KI-Suche schlechter?

Die Gefahr ist real: Wenn massenhaft Klicks ausbleiben, geraten die Finanzierungsmodelle von Websites ins Wanken. Erste Anzeichen gibt es bereits: Viele kleinere Seiten vor allem in den USA haben bereits ihren Betrieb eingestellt. Gleichzeitig profitieren große Plattformen wie Wikipedia, Reddit oder YouTube, deren Inhalte häufiger von der KI zitiert werden.

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