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Rosenkohl hat jetzt Hauptsaison

von Redaktion

Frost erhöht den Zuckergehalt im Kohl. © dpa

Denkt man an Spezialitäten aus Belgien, fallen einem vermutlich Pommes, Waffeln und Schokolade ein. Quasi als gesunden Ausgleich zu den kalorienreichen Leckereien haben die Belgier aber auch den Rosenkohl „erfunden“, bzw. aus wilden Kohlvarianten gezüchtet. Im Englischen heißen die kleinen Kohlsprossen deshalb auch Brussels sprouts.

Die Köpfchen des Rosenkohls sind eigentlich Blütenknospen, die, anders als bei Kohl üblich, an einem bis zu einen Meter hohen Stängel wachsen. Im Winter hat Rosenkohl seine Hauptsaison. Wie bei Grünkohl sorgt Frost dafür, dass sich der Zuckergehalt in den Blättern erhöht, was dem herben Geschmack des Rosenkohls eine süße Note verleiht. Inhaltlich hat er viel zu bieten: Mit etwa 110 Milligramm pro 100 Gramm ist Rosenkohl besonders reich an Vitamin C. Am besten dünstet man ihn nur kurz in wenig Wasser, um möglichst viel von diesem hitzeempfindlichen Vitamin zu erhalten. Daneben liefert er Kalium und Mineralstoffe, Ballaststoffe, Folsäure und B-Vitamine. Kurze Garzeiten schonen nicht nur die wertvollen Inhaltsstoffe des Rosenkohls, sondern verringern auch den typischen und oft ungeliebten Kohlgeruch. Ein wenig Zucker im Kochwasser mildert zudem den bitteren Geschmack.

Alternativ kann man Rosenkohl auch in der Pfanne braten oder im Ofen rösten. In beiden Fällen ist es sinnvoll, die Röschen zu halbieren, damit sie gleichmäßig garen. Mariniert man die Hälften mit etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer, erhält man knusprig-aromatischen Ofenkohl, der nichts mehr mit unliebsamen Kindheitserinnerungen an bitter-matschiges Gemüse gemein hat. In Aufläufen und Gratins lässt sich Rosenkohl gut zusammen mit Wurzelgemüse, Kartoffeln und Hülsenfrüchten zubereiten. Deftig schmeckt er kombiniert mit Speck und Pilzen zu Pasta oder Schupfnudeln, cremig als Suppe mit Kartoffeln, etwas Sahne und Muskatnuss. Rosenkohl ist prinzipiell auch roh essbar, sein hoher Ballaststoffgehalt macht ihn allerdings schwer verdaulich. Zum Ausprobieren empfiehlt es sich, zunächst nur eine kleine Menge fein zu schneiden und kombiniert mit anderer Rohkost, zum Beispiel Fenchel, Orange und Mandelblättchen, als Salat zu essen.

Beim Einkauf gilt: Frischen Rosenkohl erkennt man an den festen, geschlossenen Röschen mit eng anliegenden, knackigen Blättern. Gelbliche Verfärbungen oder welke Außenblätter sind Hinweise auf Überlagerung. Die Schnittstellen am Strunk sollten hell sein. Zu Hause hält sich Rosenkohl im Gemüsefach des Kühlschranks etwa eine Woche. Wer ihn nicht aufbraucht, kann ihn problemlos einfrieren. Dazu die Röschen putzen, welke Blätter entfernen, den Strunk einschneiden und den Kohl zwei bis drei Minuten in kochendem Wasser blanchieren. Anschließend sofort in Eiswasser abschrecken, abtropfen lassen und portionsweise einfrieren. Durch das Blanchieren werden Enzyme inaktiviert, die sonst Geschmack und Nährstoffe beeinträchtigen würden. Tiefgekühlt ist Rosenkohl so bis zu einem Jahr haltbar.

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