Gute Radlhelme für Kinder

von Redaktion

Der günstigste Helm im Test, der „Lidl Crivit Kinder-Fahrradhelm mit Rücklicht“ für 15 Euro, überzeugt mit der besten Gesamtnote (2,6). © Ralph Kaiser

Die Kleinen sind oft ein Vorbild: Auch wenn der Fahrradhelm keine Pflicht ist, setzen doch viele Kinder einen auf. Gut so: Helme schützen vor Kopfverletzungen. © Christin Klose, dpa

Beim Tragen von Fahrradhelmen können sich viele Erwachsene ein Beispiel an Kindern nehmen. Denn da liegen die Sechs- bis Zehnjährigen laut Zahlen der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen weit vorn. Knapp 85 Prozent trugen im Jahr 2024 beim Radeln einen Schutzhelm.

Der Test

Dass allerdings nicht jeder davon seinen Dienst gleich gut verrichtet, zeigt jetzt eine Untersuchung der Stiftung Warentest (Heft 4/2026). „Wir haben insgesamt 18 Kinderfahrradhelme in den Test geschickt“, erzählt Anne Mandt, Expertin der Verbraucherorganisation. Insgesamt kosteten die Helme im Test rund 15 bis 100 Euro.

Die Ergebnisse zeigen: Kein Helm ist rundum gut. Stiftung Warentest prüfte nach eigenen Angaben die Sicherheit und Haltbarkeit der Gurte und Verschlüsse und fahndete nach Schadstoffen. „Leider können wir keinen Testkandidaten uneingeschränkt empfehlen“, lautete das bittere Fazit. Dennoch, so die Organisation, sollten Kinder immer einen Helm tragen.

Die Ergebnisse

„Alle Helme im Test schützen Kinderköpfe bei einem Sturz, manche schaffen das aber ein bisschen besser als andere“, erklärt Expertin Anne Mandt. Ihr zufolge bieten zwei Kinderhelme einen guten Unfallschutz: ein Modell von Specialized und ein Kinderfahrradhelm von Lidl. „Und der ist schon für 15 Euro zu haben“, betont Mandt. Der Helm vom Discounter („Lidl Crivit Kinder-Fahrradhelm mit Rücklicht“) schnitt mit einer Note von 2,6 in der Gesamtwertung am besten ab und gewann somit den Test. Das Modell „Shuffle 2 LED“ (55 Euro) von Specialized konnte zwar in der Kategorie Unfallschutz mit der Note 2,5 überzeugen, insgesamt erhielt er aber nur eine 3,0. Einen Wert von 2,7 erzielten zwei Modelle: der „Lazer Nutz 2.0 KinetiCore“ (50 Euro) und der „Uvex Oyo“ (47 Euro).

Zwei Helme erreichten sogar nur einen Schnitt von 3,6. Was bedeutet das im Ernstfall? Mandt zufolge schützen die Helme auch dann besser als gar kein Helm. „Die beiden Helme von Abus und Melon haben aber das Problem, dass sie zwar einen ordentlichen Aufprallschutz bieten, allerdings lockerten sich in verschiedenen Rütteltests, die wir durchgeführt haben, der Kinnriemen und auch die seitlichen Riemen“, erklärt die Expertin. Bei einem Sturz könne es passieren, dass der Helm verrutscht und unter Umständen nicht mehr optimal schützt.

Die Kauftipps

Die Helme können Kinder verschiedenen Alters tragen, denn die meisten Modelle sind für verschiedene Kopfumfänge erhältlich. Ob der Helm wirklich passt, hängt aber nicht nur vom Kopfumfang, sondern auch von der Kopfform ab. Die Stiftung Warentest empfiehlt deshalb, die Kinder immer zur Anprobe mitzunehmen. „Ein Helm, der gut sitzt, sollte waagerecht auf dem Kopf sitzen und etwa zwei Finger breit über den Augenbrauen abschließen“, erklärt Mandt. Er sollte so fest sitzen, dass er beim Kopfschütteln nicht wirklich verrutscht, aber auch nicht drückt.

Passend oder nicht – die Untersuchung zeigt, wo die Schwächen der Helme liegen. Mandt zufolge sind viele im Dunkeln schlecht sichtbar oder könnten den Schläfenbereich noch besser schützen. „Ausgerechnet die beiden Helme, die guten Unfallschutz bieten, haben wiederum deutliche Schwächen beim Tragekomfort“, so die Expertin. Aus Sicht der Stiftung Warentest seien allerdings oft nur kleine Anpassungen seitens der Hersteller nötig: zusätzliche Reflektoren, sichernde Nähte oder griffigere Verschlüsse.

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