Digitale Daten sichern

von Redaktion

Wer nicht in die Cloud gehen will, nutzt eine externe Festplatte. © Henrik Josef Boerger, dpa

Gigantische Server ermöglichen die Cloud-Dienste. Auf die Daten greift man entweder über die Website des Anbieters zu oder nutzt eine entsprechende App. © popov, smarterpix

Viele Nutzer scheinen mit dem Thema Datensicherung Berührungsängste zu haben: In einer Umfrage des IT-Verbands Bitkom gab ein Drittel der Befragten, die ein Smartphone oder einen Computer nutzen, an, nie ein Backup zu machen. Gleichzeitig antwortete mehr als die Hälfte der Befragten, sie hätten Angst, dass ihnen wichtige digitale Daten unwiederbringlich verloren gehen. Dabei gibt es mittlerweile Wege, die auch für Menschen umsetzbar sind, die ihren Computer oder ihr Smartphone nicht von innen kennen. Wie man eine gute Backup-Strategie angeht, mit der Nutzer sich vor schmerzhaften und möglicherweise teuren Datenverlusten schützen können.

Braucht jeder Mensch mit digitalen Geräten ein Back-up?

Die gute Nachricht: Nicht jedes System braucht eine Datensicherung. Die ehrliche Nachricht: die meisten aber schon. In welche der beiden Kategorien das eigene Gerät fällt, zeigt eine einfache Frage: Befinden sich darauf Daten, deren Verlust mindestens schmerzen würde, die unwiederbringlich sind, deren Wiederbeschaffung nicht oder nur unter größerem Aufwand möglich wäre oder die wichtig sind für das eigene Leben? Das können Erinnerungen sein, etwa persönliche Fotos, es können im Passwortmanager gespeicherte Kennwörter sein, es kann Korrespondenz mit Behörden sein oder Belege für die Steuererklärung. Wenn ja – dann ist eine Datensicherung dringend angeraten.

Sichere ich besser lokal oder in der Cloud?

Mit einem Backup sichert man sich im Idealfall vor verschiedenen Arten des Datenverlustes ab. Da sind zunächst technische Probleme – zum Beispiel der Defekt eines Datenträgers oder eine Schadsoftware. In solchen Fällen würde es schon helfen, wenn eine externe Festplatte mit dem Backup in der Schublade liegt. Anders sieht es bei größeren Schäden aus, etwa einem Wohnungseinbruch oder einem Schaden durch Brand oder Hochwasser. Hier können auch lokal verwahrte externe Datenträger beschädigt sein. Schutz in solchen Szenarien bietet ein Backup in der Cloud – oder auf einem externen Datenträger, der an einem Ort außerhalb der Wohnung verwahrt wird. Die gängige Faustregel lautet daher 3-2-1: drei Kopien der Daten, auf mindestens zwei unterschiedlichen Datenträgern und eine Kopie an einem anderen Ort. Das kann etwa die Wohnung von vertrauenswürdigen Freunden oder Familienmitgliedern sein.

Wie kommen die Daten ins Backup?

Wenn die Wahl für ein Backup-Medium, etwa einen Cloud-Dienst oder eine externe Festplatte getroffen ist, steht die nächste Frage an: Wie kommen die Daten dorthin? Die simpelste, gleichzeitig aber aufwendigste Methode wäre copy and paste, also ein händisches Kopieren der Daten. Wer auf seinem Computer oder Smartphone nur eine Handvoll Dateien hat, die regelmäßig gesichert werden müssen, für den mag so ein Vorgehen praktikabel sein. Für alle anderen gibt es Backup-Software. In dieser muss man nur eingangs einmal einstellen, welche Daten wo gesichert werden sollen – dann läuft die Sicherung nach dem jeweiligen Start automatisch. In der Regel bringen Betriebssysteme von Computern und Smartphones eigene Backup-Software mit. Eine Übersicht über die verschiedenen Systeme von Windows über Mac bis Android und Linux mit detaillierten Infos dazu, wo die Nutzer klicken müssen, hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik erstellt: https://www.bsi.bund.de. Jenseits dessen gibt es noch eine ganze Reihe an Software-Angeboten für Datensicherungen, die sich in Preis und Leistung unterscheiden. Manche davon richten sich mit einem ausgefeilten Funktionsumfang eher an Profis. Wichtig ist, sich nicht vor dem überbordenden Angebot auf dem Markt verunsichern lassen und aus diesem Gefühl heraus nichts tun. Die Programme, die die Betriebssysteme selbst mitbringen, sind ein solider Anfang. Wer damit anfängt und später noch neue Bedürfnisse feststellt, kann immer noch wechseln.

Verschlüsseln – aber wie?

Die eigenen Daten zu verschlüsseln ist immer sinnvoll. Gängige Betriebssysteme für Smartphones und Computer bringen dafür ohnehin eigene Werkzeuge mit. Eine Verschlüsselung ist auch bei den Sicherungskopien sinnvoll, um zu verhindern, dass Dritte auf persönliche Daten zugreifen können – egal ob diese auf einer externen Festplatte liegen oder in der Cloud. An komfortabelsten geht das, wenn die Backup-Software ohnehin die Möglichkeit zur Verschlüsselung mitbringt. Das ist mittlerweile in der Regel der Fall, meist muss aber in den Einstellungen der Haken dafür gesetzt werden. Wer eine externe Festplatte für die Dateisicherung nutzt, kann statt der Daten selbst auch gleich den Datenträger verschlüsseln. Dann ist der Zugriff darauf nur mit Passwort möglich. Bei allen Wegen das Wichtigste: Das Passwort gut merken oder an einem sicheren Ort aufbewahren – denn ohne Zugriffsmöglichkeit ist das Backup wertlos.

Und was ist mit dem Smartphone?

Ob Android oder iOS – die Systeme von Google und Apple erlauben es, die eigenen Daten in der Cloud des Anbieters zu speichern, um etwa bei einem Verlust des Gerätes schnell wieder ein neues einrichten zu können. Wer nicht alle seine Daten einem US-Unternehmen anvertrauen will oder ein alternatives Betriebssystem verwendet, kann einen anderen Weg gehen und zumindest Daten wie Fotos, Videos und Dokumente regelmäßig selbst auf den Computer überspielen, damit sie im regulären Backup landen. Außerdem bringen gängige Messenger-Dienste wie Whatsapp und Signal Backup-Funktionen mit – wer hier wichtige Daten austauscht, sollte diese Tools nutzen.

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