Kerosin wird knapp: Fluglinien schlagen Alarm

von Redaktion

Aus Sorge vor Kerosin-Knappheit und weiteren Folgen des Irankriegs fordern europäische Fluggesellschaften Notfallmaßnahmen von der EU-Kommission. So spricht sich der Verband Airlines for Europe (A4E) dafür aus, die Verfügbarkeit von Kerosin auf EU-Ebene mit direkten Informationen von den Lieferanten zu überwachen. Darüber hinaus setzt sich der Verband für finanzielle Entlastung ein: Er will etwa eine vorübergehende Aussetzung des Treibhausgashandelssystems und eine Abschaffung der Luftverkehrsteuern. Beim EU-Emissionshandelssystem (ETS) müssen Fluglinien Zertifikate für den Ausstoß klimaschädlicher Gase erwerben.

Außerdem fordert der Verband rechtliche Klarheit in der Gesetzgebung, etwa hinsichtlich der sogenannten Slots. Diese Zeitfenster zum Starten und Landen muss eine Fluggesellschaft an beliebten Flughäfen nutzen, um sie zu behalten. Der Verband spricht sich unter anderem dafür aus, dass durch Luftraumsperrungen infolge des Konflikts die nicht wahrnehmbaren Slots nicht als ungenutzt gelten.

Auch der europäische Flughafenverband ACI Europe sorgt sich um die Kerosinversorgung. Wenn der Transit durch die Straße von Hormus nicht innerhalb der nächsten drei Wochen „in nennenswertem und stabilem Umfang“ wieder aufgenommen werde, gehe man derzeit davon aus, dass eine Knappheit von Flugtreibstoff in der EU Realität werden dürfte, ging vergangene Woche aus einem Schreiben hervor.

Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte, derzeit gebe es keine Hinweise auf Treibstoffknappheit in der Europäischen Union – aber Versorgungsprobleme könnten bald auftreten. „Wir koordinieren uns aktuell sehr, sehr eng mit unseren Mitgliedstaaten und der Industrie.“

Laut dem Preisinformationsdienst Argus Media hatte Europa vor dem Iran-Krieg 40 Prozent seines Kerosin-Bedarfs aus Nahost importiert. Durch die hohen Preise wurden bereits Flüge gestrichen.

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