Wirtschaftsweise senken Daumen

von Redaktion

Berlin – Der Iran-Krieg bremst die ohnehin schwache wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland aus: Die Wirtschaftsweisen rechnen angesichts der durch den Krieg in die Höhe geschnellten Energiepreise für 2026 mit deutlich weniger Wachstum, aber dafür mehr Inflation als noch im Herbst erwartet. Zugleich warnt der Sachverständigenrat vor massiv steigenden Beiträgen zur Sozialversicherung wegen der zunehmenden Alterung der Bevölkerung – und hält deshalb grundlegende Reformen für nötig.

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) wächst dem Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsweisen zufolge in diesem Jahr nur um 0,5 Prozent – deutlich weniger als die im vergangenen November prognostizierten 0,9 Prozent. Die Inflation fällt hingegen höher aus: Die Teuerung der Verbraucherpreise werde in diesem Jahr voraussichtlich 3,0 Prozent erreichen, erklärte der Sachverständigenrat. Das wären 0,9 Prozentpunkte mehr als zuvor angenommen.

Die Wachstumsprognose für 2026 habe „leider“ nach unten korrigiert werden müssen, sagte die Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Monika Schnitzer. Grund dafür seien „vor allem der Iran-Krieg und die dadurch stark angestiegenen Rohöl- und Gaspreise“. Dass die deutsche Wirtschaftsleistung in diesem Jahr dennoch steigt, ist nach Angaben der Wirtschaftsweisen insbesondere auf die staatlichen Ausgaben unter anderem für Verteidigung und Infrastruktur zurückzuführen.

Der Abbau von Stellen in den deutschen Unternehmen hat sich indes laut Umfrage des Münchner Ifo-Instituts etwas verlangsamt. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer stieg von 91,4 Punkten im April auf 93,9 Punkte im Mai, wie das Institut in München am Mittwoch mitteilte. „Insgesamt wollen aber immer noch mehr Unternehmen Stellen abbauen als aufbauen“, erklärte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Wegen der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung blieben die Unternehmen bei den Personalplanungen zurückhaltend. In der Industrie sei die Arbeitsmarktsituation „unverändert schwierig“, wie das Ifo mitteilte. dpa, afp

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